Hitze-Blog

Hochbahn verteilt Wasser an Fahrgäste

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Thermometer steigt in Hamburg auf 34 Grad. Abkühlung nicht in Sicht. Ungewöhnliche Hitze erfordert ungewöhnliche Maßnahmen.

Die Hitzewelle im Norden dauert an. Welche Auswirkung das heiße Wetter auf Mensch, Tier und Pflanzen hat – hier ein kleiner Überblick:

Unwetter in Schleswig-Holstein

19.00 Uhr Nach der Hitze hat es am Mittwochabend im südlichen Schleswig-Holstein Starkregen gegeben. „In Quickborn sind 45 Liter in der Stunde gefallen, das war ein Unwetter“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu den örtlich starken Regenfällen. Die Regengebiete im Norden sollten Richtung Ostsee abziehen.

Mit 34 Grad in Hamburg und auch nördlich der Hansestadt sei der Allzeitrekord am Mittwoch nicht geknackt worden: Der bislang heißeste Tag in Hamburg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war der 9. August 1992, als laut DWD 37,3 Grad gemessen wurden. Der bisher heißeste Tag in einem Juli war der 20. Juli 2006 mit 36,9 Grad. Auch für Donnerstag werden wieder Temperaturen über der 30-Grad-Marke im Norden erwartet.

Hitze sorgt für Ast-Abbrüche im Wald

16.20 Uhr Die Hitze erhöht in Hamburgs Wäldern nicht nur die Waldbrandgefahr, sondern kann auch zu unvorhersehbaren Ast-Abbrüchen führen. Dabei könnten scheinbar gesunde, grüne Äste aus den Kronen der Bäume herausbrechen, teilte die Wirtschaftsbehörde am Mittwoch mit. Sie wies darauf hin, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt. Weiterhin bestehe durch die anhaltende Trockenheit erhöhte Brandgefahr auch auf vertrockneten Wiesen und Heideflächen, hieß es. Eine Verbesserung der Gefahrenlage sei nicht in Sicht. Auch kurzzeitige Niederschläge würden bei den ausgetrockneten Böden und der vertrockneten Vegetation keine Entspannung bringen.

Deutscher Wetterdienst warnt vor Gewittern über Hamburg

15.50 Uhr Der Deutsche Wetterdienst warnt vor unwetterartigen Gewittern. Sie können heute in den Abendstunden über Hamburg niedergehen. Besonders gefährdet sind der Norden und der Nordwesten der Stadt. Die Bahrenfelder Trabrennbahn, wo sich heute Abend 80.000 Ed Sheeran-Fans versammeln, liegt im Nordwesten. Da sich die Gewitterzellen nur langsam bewegen, dürften die Regenmengen sehr hoch sein. Auch Hagel und Sturmböen sind möglich. "Die Gewitter werden aber kaum Abkühlung bringen", sagte eine DWD-Sprecherin. "Hamburg steht eine tropische Nacht bevor."

DRK setzt zusätzliche Helfer bei Ed-Sheeran-Konzert ein

14.52 Uhr Besonders heiß dürfte es heute in der Stadt auf der Bahrenfelder Trabrennbahn werden. Etwa um 20 Uhr betritt dort Weltstar Ed Sheeran die Open-Air-Bühne. Der Veranstalter FKP Scorpio rechnet mit 80.000 Konzert-Besuchern. Die Feuerwehr rät Fans bereits vor Konzertbeginn ausreichend Wasser zu trinken. Ferner bietet der Veranstalter an zwei Anlaufstellen Wasser in Pfandbechern für einen Euro an.

Weil dennoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass Fans bei der Hitze vermehrt kollabieren, werde das Deutsche Rote Kreuz mehr Helfer einsetzen als ursprünglich geplant, so ein DRK-Sprecher.

Die Feuerwehr wird mit zwei Löschfahrzeugen vor Ort sein. Notfalls könnten die Helfer es über dem Publikum "regnen" lassen und so für eine Abkühlung sorgen. „Dasmachen wir aber nur, wenn der Veranstalter auf uns zukommt und nach gemeinsamer Absprache“, sagt ein Feuerwehrsprecher.

Feuerwehr startet Überwachungsflüge

13.17 Uhr Wegen der hohen Waldbrandgefahr in Niedersachsen sind Flugzeuge der Feuerwehr zu ersten Überwachungsflügen gestartet. Die beiden Maschinen hoben am Mittwoch von den Luftstützpunkten in Lüneburg und Hildesheim ab, die Anforderung dazu kam vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Polizeidirektion Lüneburg. An Bord sind neben dem Piloten ein Luftbeobachter und ein Forstmitarbeiter. Die kleinen Propellermaschinen bleiben jeweils bis zu zwei Stunden in der Luft, bei Bedarf auch länger.

Krankenkasse schaltet Hitze-Hotline

11.35 Uhr Wie lange kann mein Kind bei der Hitze nach draußen? Wie bleibt mein Kreislauf auch bei 30 Grad auf Trab? Wie überstehen ältere Menschen den Hochsommer unbeschadet? Da die aktuelle Hitzewelle den menschlichen Organismus kräftig strapaziert, schaltet die Krankenkasse Barmer von morgen an bis einschließlich 2. August eine medizinische Hotline. Ärzte infomrieren über konkrete gesundheitliche Risiken durch die Hitze, was man im Notfall machen sollte und wie man am besten vorbeugt. Erreichbar ist die kostenlose Hotline jeweils von 9 bis 21 Uhr unter der Rufnummer 0800/8484111.

Rekord bei Übernachtungen auf Campingplätzen an Nord- und Ostsee

11.15 Uhr Die Campingplätze an Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein sind derzeit so voll wie nie zuvor. „Wir rechnen erstmals mit deutlich mehr als vier Millionen touristischen Übernachtungen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein, Gert Petzold, am Mittwoch. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord über die Entwicklung berichtet.

Hochbahn verteilt Wasser an Fahrgäste

11.10 Uhr Mitarbeiter der Hochbahn verteilen ab sofort Wasser an ihre Fahrgäste. Dafür seien die Stützpunkte der Hochbahn-Wache am Hauptbahnhof Süd (Ausgang ZOB), Hauptbahnhof Nord (Ausgang Halle Schauspielhaus) sowie am Jungfernstieg (Ausgang Alsteranleger) mit Wasserflaschen ausgestattet worden, teilte die Hochbahn am Morgen mit. Zudem kämen die Klimaanlagen in den neuen DT5-Zügen durch lange Fahrten an der Oberfläche und dem laufenden Fahrgastwechsel bei diesen extremen Temperaturen an ihre Grenzen. Darum seien ab heute alle Fenster entriegelt, sodass diese jederzeit – wie bei den älteren Fahrzeugen - geöffnet werden könnten.

Polizei mit Wasserwerfern im Stadtpark

10.53 Uhr Durch den Stadtpark rollen derzeit zwei Wasserwerfer der Polizei. Der Auftrag der Besatzung: Bäume und Pflanzen wässern. Es ist ein ungewöhnlicher Einsatz für die Spezialfahrzeuge der Polizei, zumal die Beamten nicht für die Bewässerung zuständig sind. "Wir müssen aber regelmäßig das Wasser in den Tanks austauschen. Und bevor das Wasser in der Kanalisation versickert, haben wir das Bezirksamt gefragt, ob wir die Bäume im Stadtpark gießen sollen", sagt Polizeisprecherin Heike Uhde.

Eine Idee, die in der Behörde gut ankam. So rollen unter der Regie einer Mitarbeiterin des Bezirksamts die Wasserwerfer durch den Park. Die beiden Polizeifahrzeuge haben je einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern.

Grillen bei Sommerhitze: Bitte auf Flugasche achten

9.30 Uhr In Hamburg ist während der Sommerzeit das Grillen in Wäldern, Mooren und Heiden nach Information der Umweltbehörde grundsätzlich verboten. Weil es häufiger Beschwerden in Parks gab, hat Hamburg zudem bestimmte Grillzonen festgelegt. „Wir empfehlen wegen der Hitze dringend, diese Grillzonen zu nutzen“, sagt Umweltbehördensprecher Björn Marzahn. Außerdem sei es jetzt besonders wichtig, auf Flugasche zu achten. Sie könne trockenes Gras in Brand setzen.

Als offizielle Grillzonen sind beispielsweise Flächen auf den Alsterwiesen ausgewiesen und beschildert, ebenso wie im Altonaer Volkspark: Hier gibt es mehrere Grillstellen mit Schutzhütte. Gegrillt werden darf auch am Falkensteiner Ufer direkt am Elbstrand, im Grünen Zentrum Lohbrügge neben dem Kinderspielplatz oder in der Kieskuhle Rissen.

Auf der Michelwiese stehen elektrische Grillstationen zur Verfügung, weitere ausgewiesene Grillzonen gibt es im Niendorfer Gehege, im Öjendorfer Park, an den Rotenhäuser Wettern, am Eilbekkanal oder auch vor der Strandperle an der Elbe. Auch im Stadtpark darf offiziell auf der Festwiese westlich vom Planschbecken und am Stadtparksee gegrillt werden. Aber auch auf den ausgewiesenen Grillzonen gibt es Regeln, die in allen Bezirken gelten. Grillkohle sollte entsorgt werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Rasen keinen Schaden nimmt. Einweggrills sind daher beispielsweise im Stadtpark verboten. Deren Schalen liegen direkt auf dem Gras und ziehen wegen der Hitze, die sich entwickelt, die Pflanzen in Mitleidenschaft.

Weniger Erdbeeren auf Feldern Niedersachsens

9.15 Uhr Trockenheit, hohe Temperaturen und die weiter geschrumpfte Anbaufläche haben die Erdbeerernte in Niedersachsen in diesem Jahr schlechter ausfallen lassen. Mit rund 3. 200 Tonnen dürfte die Menge der geernteten Erdbeeren um knapp 15 Prozent unter dem schon vergleichsweise geringen Vorjahreswert liegen, teilte das Landesamt für Statistik am Mittwoch in Hannover auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mit. Angesichts der außergewöhnlichen Trockenheit seien die Früchte teils schneller gereift als sie hätten geerntet werden können, viele Beeren seien zudem klein geblieben und könnten nur schwer vermarktet werden.