Konzertkritik

Billy Idol im Stadtpark: Ein lebendes Stück Rockgeschichte

"Dancing with Myself" – und den Hamburgern. Bei Billy Idols Konzert im Stadtpark hatten die Fans nur an einem Detail etwas zu meckern.

Hamburg. Während sich der Großteil der Zuschauer bereits vor der Stadtparkbühne in Stellung bringt, stehen einige Unglückliche noch verloren vor dem Gelände. „Jemand eine Karte übrig?“. Kopfschütteln in der Schlange am Einlass. Das Stadtpark-Konzert am Sonntagabend: restlos ausverkauft.

Viele waren gekommen, um ihr Idol zu sehen. „Billy – The Fucking – Idol“, wie sich der Künstler am Ende des Abends selbst vorstellt. Um kurz nach acht betritt die Punk-Ikone mit wasserstoffblonden Haaren und in Lederkluft die Bühne, viele haben da bereits die Handys gezückt, filmen und fotografieren. Der Rest reckt einfach so die Hände zum Himmel, jubelt. Die Stimmung ist ebenso optimal wie das Wetter.

Ein lebendes Stück Rockgeschichte

Und der Start gelingt mit „Shock To The System“, „Dancing With Myself” – ein echter Megahit aus Generation- X-Zeiten – und „Pumping On Steel“. Im hinteren Teil des Publikums stört man sich indes anfangs am Soundpegel: „Lauter, lauter, lauter!“, skandieren einige Fans.

„Nice to be here“, ruft Idol. Ja, ein kleines Wunder der Rockgeschichte, dass der ewige Rebell hier mit 62 Jahren wirklich noch steht. Hinter ihm liegen wilde Partys, Drogenexzesse sowie ein schwerer Motorradunfall, den er beinahe nicht überlebte hätte. Heute hält er sich fit und von harten Drogen fern. Das Sixpack kann sich sehen lassen. Und mit „Can’t Break Me Down“ kommt Idol dann auch stimmlich im Stadtpark an.

Kein Billy-Idol-Konzert ohne "Rebell Yell"

Es folgen Lederjackenwechsel von Idol sowie atemberaubende Gitarrensoli von Leadgitarrist und Kompagnon Steve Stevens. Showeinlagen wie das obligatorische Saitenspiel mit den Zähnen: einfach zeitlos. Ebenso die Songs, ein Best-of der Idol-Diskografie.

Das ruhigere „Catch My Fall” garantiert dabei ebenso wie die Ballade „Eyes Without A Face“ für tolle Atmosphäre; nebenbei versorgt Idol die erste Reihe mit Autogrammen. Am Ende dann noch „Rebell Yell“, „White Wedding“ und „Mony Mony“ – drei Hits, die frenetisch begrüßt, gefeiert und mitgesungen werden. Nach rund anderthalb unterhaltsamen Stunden entlässt Idol seine Fans mit zufriedenem Lächeln in den lauen Sommerabend. Schön war’s.