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Geheimsache "Radiant" – Luxusyacht wieder in Hamburg

Die Yacht „Radiant“ bei einem ihrer Besuche an den Hamburger Landungsbrücken  (Archivbild)

Die Yacht „Radiant“ bei einem ihrer Besuche an den Hamburger Landungsbrücken (Archivbild)

Foto: HA / HA/Anna-Lena Neumann

Bereits bei einem ihrer früheren Hamburg-Besuche sorgte die "Radiant" für Aufsehen. Heute gehört sie einem Scheich aus Dubai.

Hamburg. Er ist einer der reichsten Männer Dubais und seine Yacht hat nicht nur 240 Millionen Euro gekostet, sondern auch eine interessante Geschichte: Die "Radiant" von Abdulla Al Futtaim hat im Hamburger Hafen festgemacht.

Das 110 Meter lange Schiff ist mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet und nun offenkundig für einen Werfttermin bei Blohm+Voss. Die Hamburg Port Authority bestätigte, das die "Radiant" im Werfthafen liege.

"Radiant" hat Kanone gegen Piraten an Bord

Praktischerweise hatte die Bremer Lürssen-Werft die Yacht im Jahr 2009 nicht nur gebaut, sondern 2016 auch Blohm+Voss übernommen. Warum das Schiff in der Hamburger Werft liegt? "Kein Kommentar", heißt es aus der Pressestelle. Es drohten Vertragsstrafen in Millionenhöhe.

Bereits bei einem ihrer letzten Besuche im Hamburger Hafen 2010 hatte die "Radiant" für Aufsehen gesorgt: Damals konnte das Schiff wegen seiner Größe nicht in den City-Sporthafen einlaufen und machte stattdessen an den Landungsbrücken fest – zur allgemeinen Verwunderung von Hamburgern und Touristen.

Vor neun Jahren wurde die Luxusyacht "Radiant" als Schwesterschiff der "Pelorus" gebaut und als eine der größten Yachten ihrer Zeit an ihren Besitzer ausgeliefert. 16 Gäste und 44 Besatzungsmitglieder haben auf dem Schiff Platz. Neben Standards wie erlesener Innenausstattung und Hubschrauberlandeplatz habe die Yacht laut Medienberichten eine extrem starke Wasserkanone – im Fall möglicher Piratenangriffe.

Auftraggeber war russischer Tycoon

Auftraggeber war aber mitnichten der Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, dessen Vermögen von Forbes auf 3,3 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Erbaut wurde die "Radiant" ursprünglich für den russischen Tycoon Boris Berezovsky. Er wurde 2013 tot in seinem englischen Exil in Ascot gefunden.

Als der Russe zuvor während des Baus der Yacht in finanzielle Schwierigkeiten geriet und den kolportierten Festpreis von 148 Millionen Euro nicht zahlen konnte, beauftragte er ein Unternehmen, das Schiff für 350 Millionen Euro auf den Markt zu bringen. Die Familie Al Futtaim handelte schließlich einen Kaufpreis von 240 Millionen Euro aus.