Hamburg

Haspa warnt Kunden vor Scherzen bei Überweisungen

Haspa-Chef Harald Vogelsang bei der Vorstellung des neuen Fiilialkonzepts

Haspa-Chef Harald Vogelsang bei der Vorstellung des neuen Fiilialkonzepts

Foto: Roland Magunia

Verdacht Geldwäsche: Lustige Bemerkungen im Feld „Verwendungszweck“ können die Polizei auf den Plan rufen.

Hamburg.  „Waffenfähiges Plutonium, „War eine tolle Nacht“ oder „Danke für deine Niere“: Viele Bankkunden finden es zu langweilig, bei privaten Überweisungen in das Feld „Verwendungszweck“ einfach nur eine Rechnungsnummer, eine Versichertenziffer oder die eigene Anschrift einzutragen. Ein kleiner Scherz am Rande kann doch nicht so schlimm sein, oder?

Viele Kreditinstitute sehen das anders. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, Überweisungen auf den Verdacht von Geldwäsche, Betrug oder Terrorfinanzierung zu prüfen“ , sagt Thomas Müller, stellvertretender Geldwäsche-Beauftragter der Haspa. „Witzig gemeinte Verwendungszwecke können zu einem erhöhten Arbeitsaufwand und im Ex­tremfall sogar zu einer Verdachtsanzeige führen. Deshalb raten wir unseren Kunden, hier eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Nettigkeiten sind natürlich erlaubt, aber bei Verwendungszwecken wie ,Waffenfähiges Plutonium‘ hört der Spaß eindeutig auf.“

Staatsanwaltschaft prüft Verdachtsfälle

So bestätigt die Staatsanwaltschaft München, dass vor einiger Zeit „immer wieder Geldwäscheverdachtsanzeigen wegen bemerkenswerter Verwendungszwecke (etwa ,Koks Nutten Marihuana und was man sonst so für eine gute Party braucht‘) kamen“. Laut Zollkriminalamt gehen mögliche Geldwäsche-Aktionen zuerst an die Financial Intelligence Unit (FIU). Verdachtsfälle würden dann von der Staatsanwaltschaft geprüft und womöglich an die Polizei weitergeleitet.

Nach Ansicht von Paul H. Assies, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, handelt es sich bei dem Missbrauch von Verwendungszwecken zwar um „ganz, ganz seltene Einzelfälle“. Wenn Kunden aber wiederholt lustige Verwendungszwecke angeben, die auch anders verstanden werden können, wäre dies ein berechtigter Kündigungsgrund für Banken. Grundsätzlich könne man natürlich auch gar keinen Zweck angeben – dazu sind Bankkunden nämlich nicht verpflichtet.

In Deutschland werden laut Bundesbank jährlich mehr als sechs Milliarden Überweisungen getätigt. Das sind täglich rund 17 Millionen Transaktionen. Auch wenn Geldhäuser bei Überweisungen nur vereinzelt Stichproben machen, verdeutlichen diese Zahlen schon die Dimensionen des Aufwands. Der Bankenverband erklärt, man kontrolliere anhand von Listen mit auffälligen Begriffen. Diese Kriterien seien aber geheim.