Hamburg-Blog

Schlagermove und Triathlon: 550.000 Fans – aber auch Ärger

Sport trifft auf Spaßgesellschaft: Der News-Blog zum Hamburger Schlagermove und zum Triathlon mit Fotos, Karten und Reaktionen.

Hamburg. 400.000 beim Schlagermove, 150.000 beim Triathlon: Hamburgs Mega-Wochenende 2018 dürfte einige Rekorde brechen. Hamburg läuft, schwimmt, radelt und feiert. Die Extremsportler des Triathlon und extrem feiernde Schlagermover trafen am Sonnabend aufeinander. Und am Abend hat Helene Fischer den Volkspark in Bahrenfeld beschallt, wo sonst der HSV im Volksparkstadion kickt. Welch ein Sonnabend!

Gemein haben alle die Ausdauer, mit der sie "ihr Ding durchziehen". Schon am Morgen ab 8 Uhr starteten die Jedermann-Sprints des Triathlon, die Schlagermover ravten am Nachmittag los.

Der "Karneval des Nordens" fand auch in den fünf Festzelten auf dem Heiligengeistfeld auf St. Pauli statt, von wo aus 46 Party-Trucks durch den Stadtteil rollten. Der Verkehr lief weitgehend reibungslos, nur an der Kennedybrücke hakte es zwischenzeitlich. Die U-Bahnen waren am Sonnabend extrem voll, weil so viele Straßen gesperrt waren.

Bilanz der Polizei

Die Polizei sprach am Sonnabendabend von einer vergleichsweise normalen Lage für die Ballung von Großereignissen. Die Helfer des Roten Kreuzes mussten 44-mal beim Triathlon einschreiten. Fünf Personen kamen ins Krankenhaus, darunter zwei Teilnehmer des Jedermann-Triathlons. Von den 4000 gestarteten Jedermännern und -frauen kamen 3950 ins Ziel – eine gute Quote. Die Veranstalter sprachen von 150.000 Zuschauern.

Laura Lindemann Zweite

Europameisterin Laura Lindemann ist beim Triathlon auf der Sprintdistanz Zweite geworden. Die Weltranglisten-Zehnte aus Potsdam musste bei der WM-Serie über 750 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen in 58:36 Minuten nur der Französin Cassandre Beaugrand (58:06) den Vortritt lassen. Dritte wurde die in der WM-Wertung führende Amerikanerin Katie Zaferes (58:37). Sophia Saller kam auf Platz 46 im Feld der 57 Triathletinnen ein.

Den Schlagermove lieben nicht alle...

Anwohner der Schlagermove-Strecke machten bei Twitter ihrem Unmut Luft. So hätten sich Tanzende an der Strecke an Hauseingängen entleert, der Lärm sei zudem unerträglich. Mit zum Teil rüden und vulgären Kommentaren wurden die Großveranstaltungen in Hamburg belegt. Wegen der kreisenden Hubschrauber wurden einige an G20 erinnert.

Einige würden den Schlagermove am liebsten an Nachbarstädte verschenken. Lesen Sie hier den Leitartikel des Hamburger Abendblattes zu den Großveranstaltungen.

Spanier Mola gewinnt Hamburg-Triathlon

Als erster Triathlet überhaupt hat Mario Mola zum dritten Mal den Hamburg-Triathlon gewonnen. Der Topfavorit aus Spanien verwies beim World-Series-Rennen in 53:24 Minuten Vincent Luis aus Frankreich (53:29) und den Südafrikaner Richard Murray (53:32) im Schlussspurt auf die Plätze zwei und drei.

Die beiden Vertreter der Deutschen Triathlon Union (DTU) hatten mit dem Ausgang des hochklassig besetzten Rennens erwartungsgemäß nichts zu tun. Lasse Lührs (Alicante) kam mit 71 Sekunden Rückstand auf den Sieger als 29. ins Ziel. Der Hannoveraner Jonas Schomburg (55:00) belegte Platz 34. "Bis zur Weltspitze fehlt noch ein bisschen, das hat man heute gesehen", erklärte Lührs nach dem Rennen. Bei angenehmen Bedingungen für die Triathleten säumten etwa 200.000 Menschen die Straßen der Hamburger Innenstadt.

Gaststars Bata Illic und Bernhard Brink

Die Veranstalter gingen am Nachmittag von 400.000 Besuchern aus. Zu den Gaststars gehören 2018 Bata Illic, Bernhard Brink und Eva von den Jacob-Sisters. Zur Aftermove-Party am frühen Abend auf dem Heiligengeistfeld sollten DJs und weitere prominente Künstler den Besuchern einheizen.

Schlagermove bei Twitter

Schlagermove, Triathlon – wo es eng wird

Eindrücke vom Triathlon

Die Schlagerfans sind losgelaufen

Sie hatten sich in kleinen Grüppchen schon vor Beginn des Schlagermove um 15 Uhr angekündigt: In kleinen Grüppchen an den Straßen stehend, gern mal singend, immer aber ausgelassen palavernd. Nachdem die Ludwig-Erhard-Straße für sie gesperrt worden war, konnten sie endlich loslaufen mit ihren Trucks. Vom Heiligengeistfeld aus kommt der Schlager jetzt zu den Menschen Und bewegt. Laut Polizei läuft alles ruhig und friedlich.

Staus auf Autobahnen aufgelöst, aber in der Stadt wird es enger

Wenn Triathlon, Schlagermove und Bettentausch an Nord- und Ostsee zusammentreffen, entpuppt sich Hamburg als Nadelöhr für den Reiseverkehr: Aber das Gros der Fahrzeuge ist durch. Die Polizei hatte eigentlich größere Probleme erwartet. Auch in der Stadt geht es vergleichsweise flüssig zu. Das Aufkommen entspreche in etwa dem eines starken Berufsverkehrs, sagte ein Polizeisprecher. Die Ludwig-Erhard-Straße ist ab Holstenwall in Richtung Millerntor gesperrt, weshalb sich der in den Holstenwall abgeleitete Verkehr bis zum Sievekingsplatz staue. Auch auf der Kennedybrücke stehen die Fahrzeuge: aus Richtung Schlump kommend bis kurz über die Brücke hinaus und in umgekehrter Richtung von kurz hinter der Sechslingspforte bis kurz hinter der Brücke.

Pastor preist den Schlagermove

Mit "Fiesta mexicana" und dem "Festival der Liebe" ist am Freitagabend der erste Gottesdienst zum Hamburger Schlagermove gefeiert worden. Gott und Schlager hätten viel gemeinsam, sagte Pastor Matthias Liberman in der evangelischen Epiphanienkirche Winterhude vor rund 150 Besuchern. Beide würden "oft belächelt", seien aber "nicht totzukriegen". Gott aber habe viel übrig für die Belächelten und Geschmähten.

Die sangesstarke Gemeinde schmetterte "Er gehört zu mir" von Marianne Rosenberg und "Er steht im Tor" von Wencke Myhre. Schlager würden gute Laune verbreiten, die Vitalität fördern und Generationen verbinden, betonte Pastor Liberman. Das müssten auch Außenstehende einräumen. Der Schlagermove sei zwar auf den ersten Blick kein Ort des Glaubens. "Niemand rechnet damit, Gott hier zu finden." Aber gleiches habe auch für die karge Krippe gegolten, in der Gottes Sohn Jesus geboren sei. Liberman: "Gott gehört zu Dir wie Dein Name an der Tür."

Zwei Bürgertelefone zum Schlagermove

Zum Schlagermove hat das Bezirksamt Hamburg-Mitte ein Bürgertelefon eingerichtet. Während der Veranstaltung, also ab 15 Uhr, können sich Bürgerinnen und Bürger an folgende Hotline wenden: (040) 428 28 1000. Bereits jetzt können Fragen zur Veranstaltung selbst – wie zum Beispiel Mitfahrt auf einem Musiktruck oder Standorte der WC Anlagen – direkt beim Veranstalter unter der Telefonnummer 040 560 47 66 gestellt werden.

Hotline und Mail-Postfach zum Triathlon

Informationen zur Veranstaltung Hamburg Wasser World Triathlon erhalten Sie jederzeit unter der Rufnummer 0151 667 554 75. Wer zum Schlagermove Nachfragen oder Anregungen hat, kann sie per E-Mail an das Postfach veranstaltungsservice@hamburg-mitte.hamburg.de senden.