Ärzte greifen ein

Fielmann-Hauptversammlung erstmals ohne Fielmänner

Die Optiker-Kette Fielmann veranstaltet ihre Hauptversammlung 2018 im Hamburger "Mehr! Theater"

Die Optiker-Kette Fielmann veranstaltet ihre Hauptversammlung 2018 im Hamburger "Mehr! Theater"

Foto: Andreas Laible / A.Laible

Günther und Marc Fielmann ließen sich heute Morgen krankheitsbedingt entschuldigen – eine Operation war notwendig geworden.

Hamburg. Erstmals in der Firmengeschichte der Hamburger Optikerkette Fielmann findet eine Hauptversammlung ohne die Vorstandsmitglieder der Gründerfamilie statt. Günther und Marc Fielmann, seit April gleichberechtigte Vostandschefs, ließen sich heute Vormittag im "Mehr! Theater" krankheitsbedingt entschuldigen. Anwesend waren Günther Fielmanns Ex-Ehefrau Heike und Tochter Sophie.

Marc Fielmann, 28, war zu Wochenbeginn mit unspezifischen Schmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Mark Binz. Am Mittwoch musste er sich wegen einer akuten Blinddarmentzündung einer Operation unterziehen.

Seinen Vater habe das so mitgenommen, dass er auf Anraten der Ärzte nicht gekommen sei, so Binz. Der 78-jährige Günther Fielmann hatte im vergangenen Jahr sein Vorstandsmandat bis 2020 verlängert. Er hatte selbst immer bekräftigt, dass er den Posten weiterhin ausfüllen wolle.

Aktie stürzte um 25 Prozent ab

Zuletzt war die Aktie des langjährigen Stars im M-Dax gehörig unter die Räder gekommen. Nach einer Gewinnwarnung am 28. Juni ist die Fielmann-Aktie regelrecht abgestürzt. Im Vergleich zum Allzeithoch (77,65 Euro)gingen rund 25 Prozent des Unternehmenswertes verloren. Aktuell liegt der Kurs bei etwa 58 Euro.

Aufgeschreckt hatte die erfolgsgewohnten Fielmann-Aktionäre die Nachricht, der Halbjahresgewinn werde voraussichtlich um sechs Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahreszeitraum, für den ein Vorsteuerergebnis von 123,6 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

In den zurückliegenden 20 Jahren hatte sich der Wert des Papiers allerdings ungefähr verzehnfacht und ist damit knapp viermal so stark gestiegen wie der deutsche Aktienmarkt insgesamt. In der Hauptversammlung des vergangenen Jahres drückte es ein Kleinaktionär so aus: „Es gibt hier nichts zu meckern.“