Hamburg

„Wir waren die Letzten, die es aus dem Keller geschafft haben“

Karl-Heinz Weiss lebte damals in Hamm:
Ich war viereinhalb Jahre alt, als es passierte – die Bilder der Angriffe sind unauslöschlich. Wir wohnten damals in der Caspar-Vogt-Straße 90. Als das Mehrfamilienhaus brannte, retteten wir uns in den Keller. Wir zogen dann zu einem Geschäftsfreund meines Vaters in der Süderstraße 256. Dort traf es uns wenige Tage später noch schlimmer. Wir waren mit vielen Menschen im Keller, als es einen Treffer gab – alle mussten raus. Das Ehepaar Hermann und Alma Sievers war mit meiner Mutter und meiner Schwester auf dem Arm schon draußen. Mein Vater und ich auf seinem Arm waren die Letzten, die es aus dem Keller geschafft haben. Unmittelbar hinter uns stürzte das brennende Holztreppenhaus zusammen und versperrte allen anderen den Fluchtweg. 42 Menschen sind im Keller erstickt. So hauchdünn waren wir dem Tod entronnen. Nach einer Odyssee wurden wir schließlich nach Fehmarn gebracht.