Hamburg

Elbtunnel wieder offen, aber jetzt A 24 gesperrt

Erst zum zweiten Mal alle Röhren gleichzeitig geschlossen. Weitere Beeinträchtigungen auf A 1 und A 7. Langer Stau durch Ferien

Hamburg. Autofahrer müssen in den kommenden Wochen weiter viel Geduld aufbringen – und an diesem Wochenende gab es bereits einen deutlichen Vorgeschmack: Der Ferienverkehr sorgte auf den norddeutschen Autobahnen zeitweise für 50 Kilometer Stau, unter anderem auf der Autobahn 1. Inklusive Hamburg haben inzwischen in 13 Bundesländern die Sommerferien begonnen. Der ADAC warnt vor weiteren Staus, auch wenn die schlimmste Phase mit Wochenbeginn nun wohl vorüber ist. Zudem war der Elbtunnel erst das zweite Mal seit Eröffnung des Bauwerks im Jahr 1975 wegen Bauarbeiten für eine Nacht komplett dicht.

Die Vollsperrung war zwischen den Anschlussstellen Heimfeld und Volkspark eingerichtet worden und galt von Sonnabendabend um 22 Uhr bis Sonntagmorgen 7 Uhr gelten. Erst mit einer Stunde Verzögerung waren die Arbeiten jedoch beendet. „Seit 8.10 Uhr rollt der Verkehr wieder durch den Elbtunnel“, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagvormittag.

Grund für die nächtliche Sperrung war der A-7-Ausbau. Vor dem Ausbau südlich des Elbtunnels mussten nach Angaben der Verkehrsbehörde die Verkehrssignalanlagen und die Steuereinheit der vier Tunnelröhren für die Bauzeit angepasst werden. Zuletzt war der Elbtunnel um die Jahrtausendwende gesperrt, als für die vierte Tunnelröhre ein neuer Rechner in der Leitzentrale eingerichtet wurde.

A 24 in Hamburg noch bis Anfang August stillgelegt

Aktuell wurden die Signalanzeigen modifiziert und die Steuerungsanlage des Elbtunnels für die Verkehrsführungen von 2019 an neu programmiert. Geplant war zudem, Vermessungs- und Asphaltarbeiten, Bauwerksprüfungen und Wartungsarbeiten im Rahmen der Sperrung mitzuerledigen.

Für weitere Arbeiten steht bereits die nächste Vollsperrung bevor: Am letzten Juli-Wochenende werden die Röhren des Tunnels gesperrt, von Sonnabend, 28. Juli, um 22 Uhr, bis zum darauffolgenden Sonntag um 5 Uhr.

Ein anderer wichtiger Verkehrsweg in die Hansestadt wurde Sonntagabend vorübergehend stillgelegt: Der Hamburger Abschnitt der A 24 (Hamburg-Schwerin/Berlin) wird bis zum 4. August nicht befahrbar sein. Geplant ist, die Fahrbahn zwischen Horner Kreisel und Kreuz Hamburg-Ost zu sanieren. Als Umleitung empfiehlt die Verkehrs­behörde die weiter südlich verlaufende B 5. Dank der Vollsperrung soll der A-24-Abschnitt innerhalb von vier Wochen saniert werden können. Bei üblicher Vorgehensweise würden sich die Arbeiten 27 Wochen hinziehen, hieß es.

Parallel gibt es eine weitere Beeinträchtigung am Ring 2, der den Norden und Westen der Stadt mit dem Osten verbindet. Die Ringbrücke in Barmbek wird saniert, es steht darum nur eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung.

Auf der Autobahn 7 südlich des Elbtunnels dürfte sich der Verkehr von Montag an ebenfalls wegen neuer Bauarbeiten verlangsamen. Die Verkehrs­behörde lässt alle drei Fahrstreifen in Richtung Hannover zwischen Waltershof und Hausbruch neu asphaltieren. Der Verkehr soll teilweise über die Gegenfahrbahn geleitet werden, sodass trotz der Bauarbeiten jeweils drei Spuren in Nord- und Südrichtung zur Verfügung stehen.

Baustelle auf der A 1 für Elektro-Teststrecke

Auf der A 1 in Schleswig-Holstein kommen auf Autofahrer mittelfristig weitere Beeinträchtigungen zu. Dort fiel bereits im Juni der offizielle Startschuss für den Bau von Schleswig-Holsteins Elektro-Teststrecke für Lastwagen. Auf einem zehn Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck soll eine Oberleitung entstehen, mit der Lastwagen elektrisch betrieben werden können.

Die Teststrecke ist Teil eines bundesweiten Pilotprojekts, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von mehr als 19 Millionen Euro übernimmt der Bund.

Ursprünglich war von 14 Millionen Euro ausgegangen worden. „Für die Energiewende ist dieses Projekt von Bedeutung, weil wir im Verkehr auf erneuerbare Energien umsteigen müssen“, sagte der jetzt ausgeschiedene schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen und voraussichtlich im Juni 2019 beendet sein. Getestet werden soll die Strecke dann von einer Reinfelder Spedition. Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine Teststrecke erhält.

Eine Linderung der Stausituation soll das Verbot von Lastwagen von mehr als 7,5 Tonnen auf ausgewählten Autobahnabschnitten, unter anderem auf Teilen der A 7, bringen. Es trat am Sonnabend in Kraft. (crh/coe/maj/dpa)