Kommentar

Eric Clapton kam eine Stunde zu spät auf die Bühne

Der Autor ist Chefredakteur des Hamburger Abendblatts

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Foto: Andreas Laible / HA

Großartiges Konzert – aber bei der Verspätung war aus der Vorfreude im Saal ein leichtes Murren geworden.

Hamburg. Eins vorweg: Das Konzert von Eric Clapton in der Barclaycard Arena war großartig, der Mann ist an der Gitarre fantastisch. Dass er außer „Danke“ nichts zum Publikum gesagt hat – geschenkt. Geärgert habe ich mich über etwas anderes, und dass hätte bei Eric Clapton genauso gut passieren können wie bei vielen anderen Rock- und Popmusikern: Warum können deren Konzerte nicht zumindest in der Nähe der Uhrzeit beginnen, die auf den teuren Eintrittskarten angegeben ist? Bei Clapton wäre das 20 Uhr gewesen – tatsächlich kam der Alt-Meister erst eine Stunde später auf die Bühne. Da war aus der Vorfreude im Saal bei vielen ein leichtes Murren geworden.

Um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: Was soll das? Da gibt man sich als Fan alle Mühe, rechtzeitig auf seinem Platz zu sitzen, um sich dann eine geschlagene Stunde zu langweilen. Das muss nicht sein, weder bei Eric Clapton noch bei irgendwem sonst. Wenn man ins Fußball-Stadion, ins Theater oder in die Oper geht, ist der Beginn der Beginn - warum kriegen das so viele Rockstars nicht hin? Es wäre ganz einfach: Auf der Eintrittskarte sollte man einfach über eventuelle Vorgruppen informieren und über den Zeitpunkt, an dem der Topkünstler die Bühne betritt. Dann kann jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden, wann er anreist, ob er nur das Haupt- oder auch das Vorprogramm erleben will. Und überflüssige Wartezeiten gäbe es nicht mehr.

Und soll keiner sagen, dass so etwas mit Weltstars grundsätzlich nicht zu machen sei. Als Adele in Hamburg spielte, hatten meine Frau und ich in Erwartung der üblichen Verspätung etwas getrödelt und waren wirklich erst zum angegebenen Konzertbeginn in der Arena: Adeles Superhit „Hello“ haben wir deshalb leider nur zur Hälfte mitbekommen . . .