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Warum der Hamburger Hafen am Vormittag kurz stillstand

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Die Containerbrücken der Terminalbetreiber HHLA und Eurogate wurden hochgezogen. Gedenkminute für einen großen Reeder.

Hamburg. Als an diesem Freitag um 11 Uhr im französischen Marseille die Trauerfeier für den verstorbenen französischen Reeder Jacques R. Saadé begann, stand auch rund 1500 Kilometer weiter nördlich die Arbeit im Hamburger Hafen still. Die Containerbrücken der beiden großen Terminalbetreiber HHLA und Eurogate wurden für eine Gedenkminute hochgezogen. Der Containerriese "CMA CGM Vasco da Gama", der im Hamburger Hafen liegt, hat gleichzeitig sein Schiffshorn ertönen lassen.

Zusätzlich haben viele weitere Schiffe auf Bitten des Oberhafenamtes ebenfalls ihre Signalhörner eingeschaltet. Am vergangenen Sonntag war Saadé, der Gründungspräsident der drittgrößten Reederei der Welt, der französischen Linie CMA CGM, im Alter von 81 Jahren in seinem Wohnort Marseille verstorben.

Geboren in Beirut, war Saadé stets darauf bedacht, die Beziehungen zwischen Frankreich und dem Libanon zu stärken. Eine große Treue hielt er auch zum Hamburger Hafen. CMA CGM ist der größte Einzelkunde des Hafens. Im Jahre 2013 erhielt Saadé deshalb eine der höchsten Auszeichnungen der Hansestadt, den Admiralitäts-Portugaleser. Erst im Februar 2017, an seinem 80. Geburtstag, hatte er die Position des Vorstandschefs an seinen Sohn Rodolphe Saadé abgegeben.

Diesem kondolierte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch in einem persönlich gehaltenen Brief. Jacques Saadé werde nicht nur als äußerst erfolgreicher Geschäftsmann in Erinnerung bleiben, sondern auch als enger Freund, heißt es darin. „Sein großer Beitrag zur Vertiefung der langen Beziehungen zwischen CMA CGM und dem Hafen Hamburg wird niemals vergessen werden“, schrieb Horch.