Hamburg

Was für Typen: Freilicht-Fotos an den Messehallen

Aus der Ausstellung an den Messehallen

Aus der Ausstellung an den Messehallen

Foto: Hamburg Messe/Sven Jacobsen

Sven Jacobsen präsentiert mit „Personal Icons“ großformatige Porträts. Eine Open-Air-Ausstellung.

Hamburg.  Wer dieser Tage durch die Karolinenstraße geht, wird automatisch zum Ausstellungsbesucher. Am Rande der Triennale der Photographie (und auch nach Ende der Festival-Kernzeit) sind dort auf mehr als 100 Metern entlang der Glaswand der Messehallen 40 großformatige Schwarz-Weiß-Porträts des in Hamburg lebenden Fotografen Sven Jacobsen zu sehen.

Er hat von 2011 bis 2018 weltweit nach Ikonen eines individuellen Stils gesucht. Die daraus entstandene Sammlung „Personal Icons“ widmet sich der Suche nach von oberflächlichen Einflüssen unbeschadeten, einzigartigen Persönlichkeiten in Zeiten allgegenwärtiger Werbung und global angeglichener Ausdrucksformen.

Bunte Mischung

Jacobsens Porträts zeigen viele Männer und wenige Frauen vor weißem und schwarzem Hintergrund, manche Bilder sind nachbehandelt mit gelber und grauer Farbe, als wäre Entwicklerflüssigkeit ausgelaufen und hätte das Fotopapier verätzt. Zu den Abgebildeten gehören ein bärtiger Bikertyp mit Glitzer-Lidschatten, eine tief dekolletierte junge Frau in einem Mantel aus Kuscheltieren und ein gealterter Soldat. Die Palette der Abgebildeten ist bis auf das biologische Geschlecht einigermaßen bunt: Dunkle und helle Gesichter halten sich in etwa die Waage, allerdings sieht man deutlich mehr junge als alte Gesichter.

Die „Originalität“ besteht dabei oft im Zurschaustellen von nackten Oberkörpern, Tätowierungen und entzündeten Zigaretten. Jacobsen ist erfolgreicher Modefotograf und macht dementsprechend ansprechende, sinnliche Bilder. Zigarette und Brust sind da eher Accessoires als Ausdrucksmittel von Individualismus. Von Tattoos ganz zu schweigen. Der Effekt ist trotzdem unbestreitbar. Sicherlich ist es nicht für jeden Betrachter das gleiche Bild, das ihn in den Bann schlägt. Der individuelle Geschmack und die eigene Persönlichkeit filtern die Seh- erfahrung. Aber der Blick im Vorbeigehen lohnt sich, ja, sogar ein Verweilen.