Kindeswohl in Hamburg

So sollen Kinder in Hamburg besser geschützt werden

Michael Lezius, Vorsitzender der  Yagmur Gedächtnisstiftung

Michael Lezius, Vorsitzender der Yagmur Gedächtnisstiftung

Foto: Michael Rauhe

Yagmur Gedächtnisstiftung will bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten in Jugendhilfe.

Hamburg.  „Damit der Schutz der Kinder in Hamburg gelingen kann, ist eine gute Zusammenarbeit aller daran arbeitenden Akteure nötig“, sagt Michael Lezius. Der Vorsitzende der Yagmur Gedächtnisstiftung hat deshalb am Sonnabend den 1. Dialogtag über Kinderschutz in Hamburg veranstaltet.

Rund 60 Akteure aus Jugendämtern und Politik, Justiz und freien Trägern, Medien und Kinderschutzverbänden sowie Kinderärzte, Kita-Mitarbeiter, Eltern und Pflegeeltern waren zusammen­gekommen, um Brücken zu bauen. „Eine Brücke braucht Spannung, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig“, sagte Wolfgang Hammer. Der langjährige Jugendamtsmitarbeiter und freiberufliche Soziologe hatte in seinem Eingangsreferat gesagt, dass es beim Kinderschutz vor allem darum ginge, „vom Kind aus zu denken“, um die Kinderrechte und die Achtung des Kinderwillens zu stärken.

In kleineren Gruppen ging es anschließend darum, das Verständnis der unterschiedlichen Akteure im Kinderschutz untereinander zu stärken, Perspektivwechsel zu ermöglichen und die gegenseitige Kooperationen zu fördern. „Trotz unterschiedlicher Positionen gab es keine Konflikte und ein sehr wertschätzendes Verhalten innerhalb der Gruppierungen“, sagt Michael Lezius.

Und es gab auch konkrete Ergebnisse des Workshops. Lezius: „Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass Betroffene wie Eltern, Pflegeeltern oder Großeltern mehr beteiligt werden sollten.“ Auch die Anhörung der Kinder im Jugendamt und durch erfahrene Richter sollte eine größere Wertschätzung erfahren. Weitere Punkte: Einen niederschwelligen Zugang für Eltern und Pflegeeltern zur Ombudsstelle, die es bisher nur in Hamburg-Mitte gibt, die aber als neutrale Instanz möglichst in allen Bezirken eingeführt werden sollte. Die Anerkennung der Kita-Mitarbeiter als Fachkräfte, die ihrerseits mehr Zeit und Raum bekommen sollten, um noch intensiver in den Dialog mit den Eltern eintreten zu können.

„Und schließlich wurde eine noch breitere Vernetzung der verschiedenen Kinderschutz-Akteure gewünscht“, sagt Lezius, der es geschafft hat, dass erstmals in Hamburg so viele unterschiedliche Gruppierungen miteinander ins Gespräch gekommen sind. „Deshalb wird es im kommenden Jahr den 2. Dialogtag über Kinderschutz in Hamburg geben“, kündigte Lezius an.