Luxusimmobilien weiter gefragt

267 Häuser wurden im vergangenen Jahr für jeweils mehr als eine Million Euro verkauft

26,25 Millionen Euro für eine Villa an der Elbchaussee und 9,5 Millionen Euro für eine Wohnung in der Elbphilharmonie – das waren im vergangenen Jahr die Spitzenpreise, die auf dem Wohnimmobilienmarkt in der Hansestadt erzielt werden konnten. Unterdessen boomt der gesamte Markt für hochwertige Eigentumswohnungen ab 5000 Euro pro Quadratmeter und Ein- und Zweifamilienhäuser für mindestens eine halbe Million Euro in Hamburg. In diesem Preissegment wurden im vergangenen Jahr 2673 Immobilen verkauft, das ist ein Plus von 26,4 Prozent. Es teilt sich folgendermaßen auf: 983 Einfamilien- und Doppelhäuser und 1690 Eigentumswohnungen wurden veräußert. Insgesamt bezahlten die Käufer rund 2,2 Milliarden Euro. 2016 waren es noch rund 1,8 Milliarden.

Die Zahlen gehen hervor aus einem Marktbericht von Dahler & Company. Der Immobiliendienstleister hat als Grundlage dafür die Zahlen des Hamburger Gutachterausschusses ausgewertet, die alle Verkäufe von Wohnimmobilien in Hamburg dokumentieren: „Die Nachfrage nach Immobilien, vor allem auch im gehobenen Preissegment, hat im vergangenen Jahr noch weiter angezogen. Die Preise hingegen sind nur leicht gestiegen“, sagte Geschäftsführer Björn Dahler. Hamburg gehöre nach wie vor zu den gefragtesten Städten in Deutschland, so der Immobilienexperte weiter.

Die meisten Häuser wurden im Alstertal verkauft

267 Ein- und Zweifamilienhäuser ab einer Million Euro wurden veräußert. Das waren 80 mehr als 2016. Die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ab einer halben Million Euro, nämlich 280, wurden im Alstertal unter anderem in den Stadtteilen Poppenbüttel und Sasel sowie in den Walddörfern verkauft. Auf dem zweiten Platz rangieren die Elbvororte mit 255 Transaktionen. „Wir verzeichnen im Alstertal und in den Elbvororten eine deutlich größere Nachfrage, als das Angebot hergibt. Das ist für Hauseigentümer, die verkaufen möchten, eine komfortable Situation“, sagt Dahler. Allerdings hat das auch Auswirkungen auf die Preisvorstellungen: „Es kommt nicht selten vor, dass die Verkäuferseite eine überzogene Vorstellung darüber hat, welche Summe erlöst werden kann“, sagt Dahler, der seit fast 30 Jahren im Geschäft ist, und nennt ein Beispiel: „Es kommt vor, dass wir ein Haus mit etwa 800.000 Euro bewerten und der Eigentümer der Meinung ist, dafür könnte man 1,1 Millionen Euro verlangen.“

Insgesamt wurden 140 Eigentumswohnungen mit einem Verkaufspreis von mehr als 9000 Euro pro Quadratmeter verkauft. 2016 waren es 112. 92 dieser 140 Wohnungen wurden in der HafenCity und an der westlichen Außenalster erworben. Zu den begehrtesten Lagen gehören laut dem Marktbericht die Stadtteile rund um die Alster: Mit 426 verkauften Wohnungen ab 5000 Euro pro Quadratmeter liegt der Teilmarkt Alster-Ost an der Spitze. In Winterhude wurden beispielsweise 170 Wohnungen verkauft, in Barmbek-Süd waren es 90.

Dahler sagt, die Grenzen des Markts würden sehr deutlich: „Der Wunsch nach Eigentum in Kombination mit steigenden Einwohnerzahlen und kaum verfügbaren Immobilien im Stadtkern führen dazu, dass Interessenten den Blick über das Zentrum hinweg richten. Nicht nur Randgebiete innerhalb des Stadtkerns profitieren davon, sondern auch vermehrt die Metropolregion.“ Als Beispiele nennt Dahler Norderstedt und Ahrensburg, hier habe es Zuzüge von mehr als zehn Prozent gegeben.

Björn Dahler sorgt sich um das Image der Makler

Die Branche profitiert naturgemäß von der großen Nachfrage. Bei einem erfolgreichen Abschluss erhält der Makler in der Regel eine Courtage von 6,25 Prozent des Verkaufspreises. Dahler weiß darum, dass dies kritisch gesehen wird, und sorgt sich um das Image. „Leider ist es nicht das beste. Ich kann Kunden verstehen, die unserer Branche kritisch gegenüberstehen. Das liegt daran, dass eigentlich jeder diesen Beruf ausüben kann, ohne über die notwendigen Kenntnisse zu verfügen.“ Deshalb fordert Dahler nicht zum ersten Mal: „Wir müssten in Deutschland einführen, dass nur der als Makler arbeiten darf, der zunächst eine Prüfung ablegt und seine Kenntnisse nachweist. Ich habe es einmal eine Art ,Meisterprüfung für Makler‘ genannt.“