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Bap rockt den Stadtpark mit Marathonkonzert

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Peter Wenig
Wolfgang Niedecken beweist mit seiner Band Bap Ausdauer

Wolfgang Niedecken beweist mit seiner Band Bap Ausdauer

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Mehr als drei Stunden lang begeistern die Kölsch-Rocker ihre Fans. Dabei waren auch zwei Musiker aus Hamburg – und ein Bläsertrio.

Hamburg. Langjährige BAP-Kenner wissen es: Wer zu spät zu einem Konzert der Kölsch-Rocker kommt, den bestraft Wolfgang Niedecken mit dem Entzug von Intro und ersten Hits. Dies gilt selbst dann, wenn laut Programm der Auftritt mit 18.30 Uhr ungewöhnlich früh beginnen soll.

BAP macht es nun einmal grundsätzlich nie unter drei Stunden – wenn bei der Konkurrenz die Roadies schon Lautsprecher und Instrumente verpacken, schaltet Niedecken noch nicht einmal in den Zugabenmodus. Und da im Stadtpark spätestens um 22 Uhr alle Bühnenlichter verlöschen müssen, erklangen die Glocken des Kölner Doms – traditionell der Beginn eines BAP-Konzerts – bereits um 18.41 Uhr.

Drei Stunden können lang werden, erst recht bei einem Steh-Konzert. Und doch schaffte es der inzwischen 67-jährige Niedecken, seine Fans im fast ausverkauften Stadtpark jede Minute in seinem Bann zu halten. Aus der Grundformation, mit der Niedecken 1976 Kölschrock auch international salonfähig machte, ist schon seit Ewigkeiten niemand mehr dabei.

Niedecken spielt auch Songs aus Soloalbum

Für die aktuelle Tour hat Niedecken seine Crew – allen voran der großartige Leadgitarrist Ulrich Rode und die famose Anne de Wolff (Cello, Posaune, Mandoline, Percussions), beide aus Hamburg –, noch um ein Bläsertrio aufgestockt. Eine kluge Entscheidung, BAP-Klassiker wie „Nemm mich met“ klingen so noch druckvoller.

Dank des frühen Beginns muss sich Niedecken nicht stressen. Er kann von seiner Kindheit erzählen, seinen Eltern hat er mehrere Lieder gewidmet. Nie­decken spielt auch mehrere Songs seines jüngsten Solowerks „Reinrassije Strooßekööter – Das Familienalbum“. Zwischendurch nimmt er mit seinen Kollegen auf Stühlen Platz („Man wird ja nicht jünger“). Der kristallklar abgemischte Sound offenbart gerade bei den leisen Stücken die Klasse seiner Band, musikalisch war BAP wohl nie besser.

Am meisten gefeiert werden natürlich die alten Hits wie „Kristallnaach“ oder „Jraaduss“. Als vorletzte Zugabe singt er „Verdamp lang her“, sein bekanntestes Lied, einmal mehr zeigt sich sein Hamburger Publikum erstaunlich Kölsch-sicher. „Das ist für mich ein Geschenk“, sagt Niedecken gerührt. Am Ende wagt er sich auch auf den Rasen am Bühnenrand. Das wollte er eigentlich vermeiden: „Hier habe ich mich mal fürchterlich hingelegt.“

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