Hamburg

CDU: A 7 könnte Wohnungen mit Wärme versorgen

Fraktion fordert mit Antrag stärkere Förderung der Erdwärme. Senat gibt sich offen

Hamburg. Die CDU hat den Senat aufgefordert, sich stärker mit den Möglichkeiten der Energiegewinnung aus Erdwärme (Geothermie) zu befassen – und dazu erneut einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. „Geothermie bietet große Potenziale, umweltfreundlich Energie zu erzeugen“, sagte CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm. „Der Senat hat sich aber bisher wenig Gedanken dazu gemacht, er ist vorrangig damit beschäftigt, durch Kohleausstieg und Stromnetzrückkauf die Strom- und Wärmepreise nach oben zu treiben. Wie in Zukunft ökologisch sinnvoll und bezahlbar Energie produziert werden soll, lässt der Senat momentan nicht erkennen.“

Allein die Überdeckelung der Autobahn A 7 mit Wärmetauscherflächen könne 500 Wohnungen versorgen, so der CDU-Politiker. Deswegen dürfe Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) die großen Chancen durch Geothermie nicht weiter „einfach verschlafen“. Die Nutzung von Erdwärme biete eine „innovative, klimafreundliche und insbesondere CO2-freie Lösung zur Senkung der CO2-Emissionen“ und könne „einen wesentlichen Teil zum Klimaschutz beitragen“, heißt es in dem CDU-Bürgerschaftsantrag. „Aufbau des Untergrundes in Hamburg und hydrologische Verhältnisse bieten hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung oberflächennaher Geothermie.“ Die Energie aus dem Erdinneren sei „unbegrenzt. vorhanden und unabhängig von Witterungsverhältnissen und Tageszeiten“.

Um Erdwärme zu nutzen, „bedarf es Wärmetauscherflächen im Untergrund und Abnehmer der damit zu gewinnenden Wärme“, so der Antrag weiter. „Für einzelne Gebäude ist dies eine bereits vielfach eingesetzte Technologie. So können z.B. die Pfähle der Tiefgründung als Wärmetauscher ausgelegt und damit zur Versorgung des Gebäudes mit Wärme genutzt werden.“ Bei anderen Bauten, etwa der U-Bahn-Station HafenCity Universität werde diese Möglichkeit nicht genutzt. Studien hätten gezeigt, „dass die Überdeckelung der A 7 als Wärmetauscherflächen für die Erdwärmenutzung aktiviert werden könnte“. Der Senat müsse die Nutzungsmöglichkeiten für Erdwärme detailliert untersuchen und dafür auch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, so der Antrag.

Auch die Umweltbehörde hält die Nutzung von Erdwärme zwar für möglich und im Sinne der Klimaschutzes für nötig. „Allerdings sind die Voraussetzungen für Infrastrukturprojekte wie sie nun vorgeschlagen werden sehr komplex“, so Behördensprecher Björn Marzahn. „Hier müssen erst einmal Lösungen für die vielfältigen Anforderungen gefunden werden, zum Beispiel was bauplanerische Vorgaben, Konzessionen, EU-Wettbewerbsrecht und nicht zuletzt finanzielle Aspekte betrifft.“