Hafencity

HafenCity-Uni wehrt sich gegen Vorwürfe

Präsidium widerspricht Architekten-Bund: Die Betreuung der Studenten sei gut

Hafencity. Die HafenCity Universität (HCU) hat die harte Kritik an der Ausbildungssituation der Hochschule zurückgewiesen. Der offene Brief des Bunds Deutscher Architekten, der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, des Arbeitskreises Stadtentwicklung der Patriotischen Gesellschaft sowie der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung enthalte „nicht zutreffende Darstellungen“ und führe so „zu teilweise irreführenden Interpretationen“, stellte das Präsidium der Uni am Dienstag klar.

Wie berichtet, wird in dem Brief an Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) eine mangelnde Wertschätzung des Senats für die HCU beklagt. Es fehle an Personal, was dazu führe, dass HCU-Absolventen der Bereiche Architektur und Stadtplanung wegen der „desolaten Ausbildungssituation“ an der Uni nur noch ungern eingestellt würden.

Diese Darstellung wies die HCU-Führung um Präsident Walter Pelka zurück. 2016 habe die Wissenschafts­behörde ein Sonderfinanzierungsprogramm (vier Millionen Euro) bewilligt.

An der HCU kämen nur 49 Studierende auf eine Professur

In dem Rahmen seien im Bereich Architektur „in sehr kurzer Zeit fünf Professuren besetzt“ und sieben wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt worden. Im Vergleich zu Architekturfakultäten anderer Unis bestehe ein „sehr hoher Betreuungsgrad für die Studierenden“, so das Präsidium. Gegen mangelnde Qualität der Ausbildung würden auch die zahlreichen Preise für HCU-Studierenden sprechen.

Auch bei den Stadtplanern sei die Betreuung gut. Während an der renommierten TU Dortmund auf jede Professur 114 Studierende kämen, seien es an der HCU nur 49. In dem Zusammenhang verwies die Uni auf einen von der Patriotischen Gesellschaft 2016 ausgeschriebenen Wettbewerb zur Neugestaltung der Hafenkante: Unter mehr als 100 Bewerbungen hätten HCU-Studenten den ersten Preis gewonnen.

Dass die Berufsverbände „auf möglichst praxisnah und sofort vollumfänglich einsetzbare Absolventen“ drängten, sei verständlich, so das Präsidium. Eine universitäre Ausbildung müsse jedoch „auch wissenschaftliche und methodische Kompetenzen vermitteln“.