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Hamburg als A380-Flughafen: Die wichtigsten Antworten

Die Übergabe des ersten A380 an Emirates (Archiv)

Die Übergabe des ersten A380 an Emirates (Archiv)

Foto: picture-alliance/ dpa

Zum Winterflugplan fliegt der weltgrößte Passagierjet täglich nach Dubai. Die Maschine wurde auch in der Hansestadt gebaut.

Hamburg.  Vom 29. Oktober an steht Hamburgs Flughafen nicht mehr hinter den Airports in Frankfurt, München und Düsseldorf zurück: Die arabische Fluggesellschaft Emirates kommt mit Beginn des Winterflugplans regelmäßig mit dem doppelstöckigen Airbus A380 auch nach Fuhlsbüttel. Er ersetzt auf einem der beiden täglichen Flüge nach Dubai die bisher auf dieser Route eingesetzte Boeing 777.

Alle der bisher 103 Maschinen des Typs A380 von Emirates sind bei Airbus auf Finkenwerder mit der Kabinenausstattung versehen und an den Kunden übergeben worden. „Wir sind begeistert, unser Airbus-Flaggschiff nun endlich ‚nach Hause‘ zu bringen und Hamburg als Neuzugang zu den bestehenden 48 A380-Zielen begrüßen zu können“, sagt Volker Greiner, der bei Emirates für das Geschäft in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich ist.

"Bekenntnis zum Standort Hamburg“

Für Flughafenchef Michael Eggenschwiler ist die Entscheidung „ein klares Bekenntnis zum Standort Hamburg“. Eggenschwiler sieht den Wechsel auf den A380 als logische Konsequenz aus der „konstant hohen Auslastung“ auf der Dubai-Route: „Mit der erhöhten Sitzplatzkapazität unterstreicht Emi­rates die Attraktivität der Strecke und der Metropolregion Hamburg, wie auch die Bedeutung unseres Flughafens im internationalen Streckennetz der Airline.“

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Status Hamburgs als A380-Flughafen:

Wie stark steigt die Kapazität
auf der Dubai-Strecke?

Während die bisher von Emirates eingesetzte Boeing 777-300ER insgesamt 364 Passagierplätze bietet – zwölf in der First Class, 42 in der Businessclass und 310 in der Economyclass –, kann der A380 in der für die Hamburg–Dubai-Strecke vorgesehenen Ausführung 516 Fluggäste befördern. Er verfügt über 14 Privatsuiten in der First Class, 76 Flachbettsitze in der Businessclass auf dem Oberdeck und 426 Sitze in der Economyclass auf dem unteren Deck.

Die Umstellung des Jet-Typs bietet laut Emirates 1120 zusätzliche Sitzplätze pro Woche und Strecke, was einer Aufstockung der Kapazität um 22 Prozent entspricht. Dies werde sich „positiv auf die Einkünfte im Tourismusbereich für Hamburg und die Metropol­region, und damit auch auf die lokale Wirtschaft und die Förderung von Arbeitsplätzen auswirken“, so Greiner.

Was erwartet die Passagiere
an Bord des Emirates-A380?

Für den Großteil der Fluggäste, nämlich die Passagiere der Economyclass, gibt es im Hinblick auf die Sitzbreite eine kleine Verbesserung: In der 777 sind die Sitze nach Angaben von Emirates 43 bis 44 Zentimeter breit, im A380 sind es 46 Zentimeter. Der Sitzabstand beträgt je nach Position im Flugzeug 81 bis 86 Zentimeter in der 777 und 81 bis 84 Zentimeter im Airbus. Weil die Economyclass im A380 auf dem unteren Deck angeordnet ist, ergebe sich dort für die Passagiere wegen der nur schwach gewölbten Seitenwände ein „besonders großzügiges Raumgefühl“, so Emirates.

Für die Gäste der First Class und der Businessclass gibt es eine Bord-Lounge. In der teuersten Buchungskategorie stehen zudem zwei Duschen zur Verfügung.

Wie teuer sind die Tickets
für Flüge mit dem A380 nach Dubai?

An den Flugpreisen ändert sich durch die Umstellung auf den doppelstöckigen Giganten nichts. Laut Emirates-Website kostet ein Hin-und Rückflugticket für die Hamburg-Dubai-Strecke minimal 591 Euro. In der Businessclass sind es 2452 Euro und in der First Class 4252 Euro. Dafür können Gäste der beiden teureren Buchungskategorien mit dem kostenlosen Chauffeur-Service von Emirates zum Flughafen anreisen.

Wohin kann man von Dubai aus
mit dem A380 weiterfliegen?

Einschließlich Hamburg steuert Emi­rates 49 Destinationen mit dem A380 an. Darunter sind Ziele wie Peking, Tokio, Bangkok, Hongkong, Mauritius, Seoul, Shanghai, Sydney oder Taipei.

Wie viele Flughäfen auf der Welt
werden von A380-Jets angesteuert?

Ende 2017 gab es mehr als 60 Airports mit regelmäßigen A380-Liniendiensten. Nach Angaben von Airbus sind aber inzwischen 140 Flughäfen tauglich für einen regulären Einsatz des Großjets. Zähle man Airports hinzu, die zumindest für Ausweichlandungen und den anschließenden Start geeignet sind, komme man sogar auf weltweit bis zu 400 Flughäfen.

Was ändert sich durch den Einsatz des A380 für den Flughafen Hamburg?

Schon seit Jahren ist man in Fuhlsbüttel prinzipiell in der Lage, einen A380 abzufertigen. „Wir werden nun aber das Abflug-Gate vergrößern“, sagt eine Flughafen-Sprecherin. Nachdem schon für die 777-Jets neue Doppel-Fluggastbrücken genutzt werden, die einen gleichzeitigen Einstieg über vordere und hintere Türen ermöglichen, soll das Boarding beim A380 künftig sogar über drei Türen auf zwei Decks erfolgen: „Die zusätzliche Brücke ist bestellt und wir hoffen, dass sie rechtzeitig geliefert wird.“

Wird es für die Anwohner
in Hamburg künftig lauter?

„Flugzeuge der Typen Airbus A380 und Boeing 777 rangieren bei uns in der gleichen Lärmkategorie“, heißt es dazu vom Flughafen. Im Detail lässt sich die Frage nicht so einfach beantworten. Messungen in London-Heathrow zufolge ist der A380 beim Start in der Spitze etwas lauter als eine 777-300ER. Beim Anflug hängt es davon ab, mit welchem Triebwerkstyp der Airbus ausgestattet ist: Mit den Motoren der Engine Alliance (General Electric/Pratt & Whitney) ist der A380 nach den Londoner Messungen leiser als die 777, mit Triebwerken von Rolls-Royce hingegen geringfügig lauter. Emirates nutzt beide Varianten.

„Wenn der bisherige Oberkrachmacher, die Boeing 777, durch einen A380 ersetzt wird, bringt das für die Hamburger jedenfalls keine deutliche Entlastung“, sagt Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW), dem Abendblatt. Mosel sieht zudem Sicherheitsrisiken durch herunterfallende Dachziegel im Landekorridor: „Wir wissen, dass ein A380 durch seine enorme Größe relativ starke Wirbelschleppen verursacht.“