Hamburg/Rom

Schulschließung: Katholiken hoffen auf Hilfe aus Rom

Generalvikar Ansgar Thim (v.l.), Christian Bernzen von der Initiative der Schulgenossenschaft, Erzbischof Stefan Heße und Nikolas Hill von der Schulgenossenschaft in den Räumen des Erzbistums im Sankt-Ansgar-Haus

Generalvikar Ansgar Thim (v.l.), Christian Bernzen von der Initiative der Schulgenossenschaft, Erzbischof Stefan Heße und Nikolas Hill von der Schulgenossenschaft in den Räumen des Erzbistums im Sankt-Ansgar-Haus

Foto: Marc Hasse / HA

Der Vatikan betrachtet die Situation in Hamburg offenbar mit großer Sorge und ist an einer Lösung interessiert.

Hamburg/Rom. Die von Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg sind auch Thema im Vatikan, der die Situation mit großer Sorge betrachte und an einer Lösung interessiert sei. Das sagte Pascal Landahl, engagierter Katholik für den Erhalt aller 21 Schulen, nach Gesprächen mit einem Bischof und einem Kardinal in ranghohen Positionen beim Heiligen Stuhl sowie Vertretern zuständiger Behörden des Vatikans und der Universität.

Landahl, der einen Brief mit 20.000 Unterstützer-Unterschriften an Papst Franziskus für den Erhalt der Schulen initiiert hatte, war auf Einladung des Heiligen Stuhls nach Rom gereist. „Es ist für mich Ehre und Pflicht zugleich, im Vatikan über die angespannte Hamburger Situation zu berichten und den Heiligen Stuhl um Unterstützung zu bitten“, sagte Landahl nach seiner Rückkehr.

Konstruktive Atmosphäre

„Die Gespräche verliefen in einer sehr offenen und konstruktiven Atmosphäre und waren sehr lösungsorientiert. Ich hoffe daher, dass Rom die Entscheidung des Erzbistums überprüfen und gegebenenfalls korrigieren wird.“ Er sei überrascht gewesen, so Landahl, wie gut seine Gesprächspartner über die Hamburger Lage informiert seien.

Nachdem das Erzbistum Ende Fe­bruar erklärt hatte, bis zu acht der 21 Schulen aus finanziellen Gründen zu schließen, gründete sich die Hamburger Schulgenossenschaft mit dem Ziel, alle Schulen zu erhalten und in ihre Regie zu übernehmen. Nach mehreren Gesprächsrunden haben sich die Genossenschaft und das Erzbistum Anfang Mai darauf verständigt, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Dazu wurde im Grundsatz eine „enge Zusammenarbeit“ vereinbart. Bis zum 5. Juli wollen beide Seiten klären, ob und wie genau eine solche Kooperation möglich ist. Offen ist neben der rechtlichen und organisatorischen Konstruktion auch, ob alle Schulen gerettet werden können.