Online-Apotheke

DocMorris kauft Onlinehandel von Hamburger Groß-Apotheke

Apo-rot-Gründerin Birgit Dumke

Apo-rot-Gründerin Birgit Dumke

Foto: Andreas Laible / HA

Übernahme im Internetversand mit Medikamenten: Hunderte Mitarbeiter von Apo-rot in Hamburg betroffen, Verkaufspreis geheim.

Hamburg. Die Hamburger Apotheken und der Onlineversand von Apo-rot (Apotheke am Rothenbaum) übertragen einen Teil des Geschäfts an den europäischen Marktführer DocMorris. Davon sind in Hamburg rund 450 Arbeitsplätze betroffen. 80 Mitarbeiter aus dem Marketing und dem Service sowie der Verwaltung sollen in eine neue Gesellschaft in Hamburg "überführt werden", heißt es in einer Mitteilung von Apo-Rot am Donnerstagmorgen. Von den 370 Mitarbeitern des Logistikzentrums in Bahrenfeld soll die Hälfte in die Logistikzentren im niederländischen Heerlen oder nach Bremen wechseln können. Das seien die Angestellten mit unbefristeten Verträgen.

Apo-rot-Gründerin Birgit Dumke sprach von ihrer "sozialen Verantwortung" und Gesprächen mit Betriebsrat, Gewerkschaft Ver.di und der Arbeitsagentur, die sie führen werde. Es werde einen "fairen" Sozialplan geben und Abfindungsregelungen. Die knapp 90 Mitarbeiter der vier Hamburger Apotheken am Rothenbaum, in Blankenese, Bahrenfeld und Barmbek seien nicht betroffen. Das Kartellamt muss der Teilübernahme noch zustimmen. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Apo-rot unterbot die Konkurrenten

Apo-rot war in den vergangenen Jahren stark expandiert, das Onlinegeschäft mit Medikamenten boomt – ob verschreibungspflichtig oder nicht. Auch bei frei verkäuflichen Arzneimitteln wie Aspirin – die Apotheker sprechen von OTC-Waren (Over the counter) – unterbot Apo-rot die Konkurrenten und erweiterte das Sortiment um Kosmetika und Lifestyle-Präparate. Teilweise wurden in den Apotheken Onlinepreise angeboten.

Apo-rot-Chefin Dumke erklärte, ihre Apotheken blieben ebenso erhalten wie die Eigenmarken und die Kooperationen mit 18 Apotheken in Deutschland. "Der erhebliche Wettbewerbsdruck und eine Gesetzeslage, die deutsche Apotheker für ihren Betrieb persönlich und alleinig haftbar macht und damit im europäischen Wettbewerb benachteiligt, haben mich zu diesem Schritt veranlasst." Sie beklagte die Vorteile europäischer Versandapotheken gegenüber den deutschen bei rezeptpflichtigen Arzneien.

Nur die Versandsparte von Apo-rot setzte 2017 rund 100 Millionen Euro um. DocMorris gehört zur Schweizer Gruppe Zur Rose, die mit etwa 1000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 983 Millionen Franken erwirtschaftete.