Hamburg

Immer mehr Zecken: Infektionen nehmen um 40 Prozent zu

Viele Menschen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis infiziert. Hamburger Krankenkasse rät zu Impfung.

Hamburg. Der Sommer kommt, und damit auch die Zecken. Problematisch: Auch die mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infizierten Zecken breiten sich derzeit aus.

Es besteht die Gefahr, sich mit der Krankheit anzustecken, die meist mit einer Hirnhautentzündung einhergeht. Und dieses Risiko wird in Deutschland größer. 2017 wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) hier 505 FSME-Erkrankungen erfasst, im Vorjahr waren es lediglich 359. Das entsprach einer Zunahme von 40 Prozent.

In Hamburg gab es im vergangenen Jahr lediglich eine dokumentierte FMSE Infektion. „Doch die Gefahr, in klassischen Urlaubsgebieten von Zecken infiziert zu werden, bleibt für die Hamburger bestehen“, warnt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer-Krankenkasse in Hamburg.

Gefahr im Süden höher

In Deutschland besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen ein Risiko, durch Zeckenstiche mit dem FSME-Virus infiziert zu werden. Auch in typischen Urlaubsländern wie Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden und Norditalien besteht ein hohes FSME-Risiko.

Impfungen möglich

FSME kann in schweren Fällen zu dauerhaften Lähmungen, zur Entzündung des Gehirns und der Schädigung des Rückenmarks bis hin zum Tode führen. Wer sich der Gefahr einer Hirnhautentzündung nicht aussetzen will, benötigt in der Regel drei Impfungen, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Ein bis drei Monate nach der ersten Impfung findet eine zweite statt, bis zu zwölf Monate später erfolgt eine dritte. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre und führt bei 99 Prozent der Geimpften zu einem vollständigen Schutz.

„Eltern sollten sich und ihre Kinder gegen FSME impfen lassen, wenn sie in einem Risikogebiet Urlaub machen wollen. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob die FSME-Impfung tatsächlich erforderlich ist, sollte im konkreten Fall mit dem Hausarzt sprechen“, rät Liedtke.

So schützt man sich gegen Zeckenstiche

Schützen kann man sich mit langer Kleidung und festem Schuhwerk. „Nach Aktivitäten im Freien sollte man den Körper gründlich nach Zecken absuchen, vor allem weiche und warme Stellen wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder Leiste“, betont Liedtke.