Eimsbüttel

Fahrrad-Demonstration für mehr Sicherheit

Nach dem Unfalltod einer jungen Mutter reißt der Protest nicht ab. Heute rollen Radler durch Eimsbüttel

Eimsbüttel.  Auch zwei Wochen nach dem tragischen Unfalltod einer 33-jährigen Radfahrerin ist die Stadt bewegt vom Schicksal der jungen Mutter, die an der Osterstraße von einem abbiegenden Lkw überrollt wurde. Am heutigen Sonnabend wollen Radfahrer mit einer Protestaktion erneut für mehr Sicherheit auf Hamburgs Straßen demonstrieren. Das Bündnis „Kurs Fahrradstadt“ startet um 14 Uhr am Kaiser-Friedrich-Ufer zu einer Fahrt durch Eimsbüttel und Hoheluft-West, um sich für eine „zukunftsgerichtete Mobilitätswende“ einzusetzen.

Gleichzeitig wird der Ruf nach verpflichtenden Abbiegeassistenten für Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen immer lauter. Nachdem Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) solche technischen Hilfsmittel bereits 2017 als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz gefordert hatte, eine Bundesratsinitiative derzeit das gleiche Ziel verfolgt und der Koalitionsvertrag von Union und SPD auf Bundesebene Fahrerassistenzsysteme „verbindlich vorschreiben“ will, erwartet die Fahrradlobby Taten. Bis hin zur Forderung, künftig Fahrverbote für Lkw ohne Abbiegeassistenten auszusprechen. Doch dafür fehlt im Gegensatz zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge die juristische Grundlage, etwa durch ein EU-Gesetz.

Die Diskussion um verpflichtende Lkw-Assistenzsysteme stützt sich auch auf eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV), wonach ein Drittel der jährlich im Straßenverkehr getöteten Radfahrer Opfer von Abbiegeunfällen sind. 60 Prozent dieser Kollisionen wären laut Unfallforschung mit Assistenzsystemen vermeidbar.

Am Sonnabend prangern die Radfahrer bei ihrer Kundgebung an, dass die Gefahrenquellen auf der Osterstraße trotz dreier tödlicher Unfälle in wenigen Jahren nicht beseitigt wurden. Sie wollen eine grundsätzliche Verkehrsberuhigung mittels Tempo 30 auf Eppendorfer Weg und Osterstraße als Sofortmaßnahme. Zudem solle der Senat von seiner „autozentrierten Verkehrspolitik“ abrücken. Die Tour führt vom Kaifu über Eppendorfer Weg, Osterstraße, Schulweg und Heußweg bis zur Schlusskundgebung auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz.

( nib )

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