Prozess

Mann schneidet Obdachlosem mit Scherbe in den Hals

Das Opfer erlitt bei dem brutalen Angriff in Ohlsdorf eine große Wunde am Kinn. Der 27 Jahre alte Angreifer steht nun vor Gericht.

Hamburg. Ein 27 Jahre alter Mann muss sich wegen einer brutalen Attacke auf einen Obdachlosen vom kommenden Donnerstag an vor dem Schöffengericht verantworten.

Am frühen Morgen des 19. November 2017 soll Michael P., mutmaßlich alkoholisiert und berauscht, im Eingangsbereich des Bahnhofs Ohlsdorf zunächst eine Bierflasche über dem dort schlafenden Sven B. (45) ausgeschüttet haben. Anschließend soll er die Flasche zerschlagen und dem Obdachlosen mit einer Scherbe horizontal in den Hals geschnitten haben, danach flüchtete er.

Angreifer stellte sich der Polizei

Sein Opfer erlitt eine zwölf Zentimeter lange Schnittwunde am Hals und eine etwa drei Zentimeter große Wunde am Kinn, so die Staatsanwaltschaft. Weil er mit seiner Tat nicht leben konnte, stellte sich der Angreifer kurz darauf jedoch der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Michael P. gefährliche Körperverletzung vor. Eine Anklage wegen versuchten Totschlags blieb ihm erspart, weil er von der Tat – einer Tötung des Mannes – strafbefreiend zurückgetreten ist.

Mehrere Angriffe auf Obdachlose

Übergriffe auf Obdachlose gibt es in Hamburg immer wieder. Am 18. Oktober 2017 wurde die Matratze eines 42-Jährigen unterhalb einer U-Bahn-Brücke an der Helgoländer Allee (St. Pauli) angezündet. Alarmierten Polizisten gelang es, den auf der kokelnden Matratze schlafenden Mann zu wecken und zu retten.

Mitte September zündeten Unbekannte die Habseligkeiten eines 30-Jährigen in einem Hauseingang am Steintorplatz (St. Georg) an. Bereits im April war unweit dieses Tatorts der Schlafsack eines 49 Jahre alten Obdachlosen angezündet worden, ein Verdächtiger kam später in Haft. Ebenfalls im April 2017 prügelte ein junger Mann an der Mönckebergstraße auf einen 39 Jahre alten Obdachlosen ein, nachdem dieser ihm keine Zigarette gegeben hatte.