Hamburg

Neue Wartelinien für Kreuzung an der Osterstraße

Stadt reagiert schnell auf Tod von Radfahrerin. Sohn schreibt einen emotionalen Brief

Hamburg. Die erste Reaktion auf das Unglück ließ nicht lange auf sich warten. Als Ad-hoc-Maßnahme auf den tragischen Unfalltod der Radfahrerin und jungen Mutter Saskia S. an der Kreuzung Osterstraße/Eppendorfer Weg hat das Bezirksamt Eimsbüttel zusätzliche, gut sichtbare Wartelinien auf die Fahrbahn der Kreuzung bringen lassen.

Hinter den eigentlichen Haltelinien der Ampelkreuzung wird der Bereich der Fahrbahn nun nochmals mit gestrichelten Linien abgetrennt. Diese Maßnahme soll alle Verkehrsteilnehmer an die sich kreuzenden Straßen erinnern und für mehr Sichtbarkeit der Wegebeziehungen sorgen. Angeordnet hat die neue Wartelinien, mit denen vor allem die Überwege deutlicher zu erkennen sind, die Polizeidirektion, umgesetzt wurde es vom Bezirksamt, heißt es aus der Verkehrsbehörde. Schon am Mittwochabend, beim stillen „Ride of Silence“, bei dem Hunderte Radfahrer am Unfallort der getöteten 33-Jährigen gedachten, waren die Linien zu sehen. Laut Straßenverkehrsordnung ist die unterbrochene Wartelinie kein verbindliches Gebot. Sie deutet dem Wartepflichtigen lediglich an, an der gekennzeichneten Stelle anzuhalten.

An der Kreuzung selbst hängen inzwischen an einem Stromkasten viele Briefe, direkt neben dem weiß lackierten Fahrrad – dem Ghostbike –, das dort als Mahnmal für die getötete 33-Jährige steht. Unter den Schriftstücken ist auch der sehr bewegende Abschiedsbrief des Sohnes von Saskia S. „Liebe Mama, ich vermisse Dich, ich habe Dich sehr lieb, und ich werde jeden Tag an Dich denken. Dein Sohn Niklas“. Darunter stehen in Kinderschrift Namen von Menschen, die der getöteten Mutter nahestanden – daneben wurden bunte Herzen gemalt.

Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) setzt sich unterdessen schon seit Langem dafür ein, Lkw mit technischen Hilfsmitteln wie Abbiege­assistenten auszurüsten. Unter anderem hatte er 2017 als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz einen entsprechenden Vorstoß initiiert. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD auf Bundesebene heißt es: „Wir werden Fahrerassistenzsysteme wie nicht abschaltbare Notbremssysteme oder Abbiegeassistenten für Lkw und Busse verbindlich vorschreiben.“ Was bisher fehlt, ist die praktische Umsetzung.