Hamburg

Polizei erklärt Brandopfer von Jenfeld irrtümlich für tot

Die 65-Jährige sei hirntot, "aber noch nicht verstorben", hieß es am Abend. Ermittlungen gegen einen Bewohner des Hauses.

Hamburg. Das bereits als tot gemeldete zweite Opfer eines Wohnhausbrandes in Jenfeld ist noch am Leben. Entgegen ersten Erkenntnissen sei die Bewohnerin des Saga-Mietshauses in Jenfeld hirntot „und noch nicht verstorben“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagabend. Am Donnerstagmittag hatte die Polizei ihren Tod bekanntgegeben. Bei dem Brand kam ein 52-jähriger Mann ums Leben. 13 Bewohner mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Gegen den 46-jährigen Bewohner einer Erdgeschosswohnung bestehe der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung und der fahrlässigen Tötung, hieß es.

Feuer-Drama in Jenfeld
Feuer-Drama in Jenfeld

Die Frau war am Mittwochmorgen bewusstlos in ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss von Feuerwehrleuten aufgefunden, gerettet, sofort reanimiert und zur intensivmedizinischen Weiterbehandlung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Weitere acht Hausbewohner hatten leichte, drei schwere Verletzungen bei dem Brand erlitten, der inzwischen als Brandstiftung behandelt wird. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus und löste später die Notfallstufe „Massenanfall von Verletzten“ aus. Die Flammen griffen rasch auf den ersten Stock über, insbesondere im Treppenhaus und dem ersten Geschoss verteilten sich giftige Rauchgase.

Dramatischer Rettungseinsatz über Balkone

Während des dramatischen Einsatzes retteten Feuerwehrleute die Bewohner, die auf Balkonen und an den Fenstern Schutz vor Flammen und Rauch gesucht hatten, unter anderem mit tragbaren Leitern. Mehrere Trupps kämpften sich unter Atemschutz durch das total verrauchte Treppenhaus ins Gebäude und brachten Bewohner mit Fluchthauben in Sicherheit. Die Brandermittlungen hat das LKA 45 übernommen.

Das Haus, in dem sich neun Wohnungen befinden, ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Wie das städtische Wohnungsunternehmen Saga auf Abendblatt-Anfrage mitteilte, werde man sich „intensiv um die Unterbringung in Hotels und gegebenenfalls auch die Umquartierung in andere Saga-Wohnungen“ kümmern.