St. Georg

Hansa-Theater kommt heute unter den Hammer

22,7 Millionen Euro sind bei der Zwangsversteigerung aufgerufen

St. Georg.  In einem Internetportal für Zwangsversteigerungen wurde es als „Immobilie der Woche“ beworben. Am heutigen Donnerstag um 10 Uhr kommt das denkmalgeschützte Hansa-Theater unter den Hammer. 22,7 Millionen Euro sind für den „Hansa-Block“ aufgerufen, zu dem neben dem Varieté noch vier Wohn- und Geschäftshäuser gehören.

Nach Abendblatt-Informationen soll die Versteigerung eine spannende Veranstaltung werden. Offen ist, ob auch die drei Erbinnen der Theatergründer Paul und Telse Grell anwesend sein werden. Die Schwestern liefern sich seit Jahren einen Erbschaftsstreit, dessen vorläufiger Höhepunkt die heutige Zwangsversteigerung ist. Wie berichtet, will sich Helga N. wegen erheblicher Differenzen in der Erbengemeinschaft auszahlen lassen. Nachdem es zunächst hieß, die beiden anderen Schwestern wollten Immobilien und Theater behalten, trat dann auch Gisela B. dem Versteigerungsverfahren bei. Nur die dritte Schwester, Telse-Hedwig G., würde Immobilien und Theater gern behalten.

Die Zukunft des Varietés ist ungewiss. Nach Angaben von Helga N.s Anwalt Hans-Jürgen Buhlert habe seine Mandantin angeboten, auf 350.000 Euro aus ihrem Erbteil zu verzichten, um damit den Betrieb des Theaters zehn Jahr lang zu bezuschussen. Das hätten die Schwestern B. und G. ebenso abgelehnt wie Helga N.s Vorschlag, das Grundstück Bremer Reihe 22, auf dem sich für den Theaterbetrieb wichtige Anlagen befänden, in eine Gesamtlösung mit einzubeziehen.

Wenn das Grundstück Nummer 22 nicht miterworben werden könne, habe das Hansa-Theater keine Chance, glaubt Hartmut Sebold. Der Immobilienbesitzer aus St. Georg hofft, dass das „Herz des Steindamms“ gerettet werden kann. Ebenso wie Betreiber Thomas Collien will er dem Versteigerungsverfahren aus Interesse beiwohnen.