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Mückenforscher und Tschentscher-Befrager

Beim Girls’ und Boys’ Day konnten Schüler Einblicke in die verschiedensten Berufe gewinnen

hamburg. 28 Grad, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nein, das ist leider keine Meldung vom Deutschen Wetterdienst. Das ist die Temperatur in der Mückenzucht des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM). Am Donnerstag haben beim Girls’ und Boys’ Day die Virologen des Instituts in der Abteilung Insektenforschung den Schülerinnen und Schülern der fünften bis neunten Jahrgangsstufe einmal gezeigt, was es an Stechmücken so alles zu erforschen gibt.

Der längst etablierte Tag bietet Mädchen und Jungen die Möglichkeit, einen Einblick in die verschiedensten Unternehmen, aber auch Hochschulen und andere Einrichtungen zu nehmen. Es gehe darum, ihnen Berufe zu zeigen, die für ihr jeweiliges Geschlecht eher untypisch sind, heißt es bei der zuständige Bundeskoordinierungsstelle. Aber das mit dem Untypischen spielt ja glücklicherweise eine immer kleinere Rolle. Jedenfalls in der Tropenmedizin.

Gleichberechtigung gibt es dort leider nicht – jedenfalls nicht bei den Mücken. „Die Männchen brauchen wir hier leider nicht“, erklärt die Biologin Stephanie Jansen. Die männlichen Mücken sortiere man einfach aus. Es gehe bei der Forschung an den Saugern vor allem um die Weibchen, da nur diese stechen. Somit seien bloß die weiblichen Mücken auch potenzielle Überträger von Viren. 40 Schülerinnen und Schüler führten hier zusammen mit den Biologen des Instituts die verschiedensten Experimente durch. Unter anderem betäubten sie die Mücken mit CO2 und gingen der Frage nach, welche Farbe für die Blutsauger wohl am „attraktivsten“ sei.

Auch Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit hat 80 Schülerinnen und Schüler im Rathaus empfangen. Die Kinder haben ihren Plan gleich durcheinander gebracht: Bei der Fragerunde im Plenarsaal wurde so viel gefragt, dass man sie um eine halbe Stunde verlängern musste. Später hatten die Kinder auch noch die Möglichkeit, Bürgermeister Peter Tschentscher mit Fragen zu löchern.