Hamburg

Hamburger sollen umsatteln

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Umweltbehörde wirbt für „Stadtradeln“ – eine Aktion für den Klimaschutz

Hamburg. Die Hamburger Umweltbehörde hat jetzt eine Art symbolischen Wettbewerb gestartet, der Menschen dazu bewegen soll, auch im Alltag aufs Auto zu verzichten und stattdessen mit dem Rad zu fahren. Dazu beteilige sich die Stadt jetzt an der internationalen Aktion „Stadtradeln“, teilte die Behörde am Freitag mit. Ziel dabei: Radfahrer melden sich auf einer Internetplattform an und zählen vom 28. Mai bis 17. Juni die Kilometer, die sie so zurückgelegt haben. Mitmachen könnten alle Radfahrer, die in Hamburg wohnen, arbeiten oder studieren.

„Stadtradeln“ ist von dem „Klima-Bündnis“ in Leben gerufen worden, in dem mehr als 1000 Kommunen in 26 europäischen Ländern zusammengeschlossen sind, um Ideen für den Klimaschutz zu sammeln.

Auf der Kennedybrücke gab dazu Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am gestrigen Freitag den symbolischen Startschuss für die Aktion. Als Unterstützer habe man dazu den Tagesschausprecher und Radsportler Thorsten Schröder gewinnen können, hieß es in der Behörde. „Jeder Kilometer, der mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, entlastet unsere Straßen und die Umwelt“, sagte Kerstan zum Beginn der Stadtradeln-Aktion, an der sich die Hansestadt jetzt erstmalig beteilige. Sie sei ein „ganz konkreter Beitrag“ gegen schmutzige Abgase und für den Klimaschutz in unserer Stadt, so der Senator.

Anmeldungen sind der Umweltbehörde zufolge auf der Internetseite www.stadtradeln.de/hamburg von sofort an möglich. „Teamgeist“ stehe dabei im Mittelpunkt. Schon zwei Personen könnten sich daher als Mannschaft anmelden. Alternativ können einzelne Radfahrer auch einem „offenen Team“ beitreten, das es in jeder Stadt gibt, die sich an dem Wettbewerb beteiligt. Am Ende würden dann die besten Teams und erfolgreichsten Radler Hamburgs ermittelt. Eine Siegerehrung sei für den Sommer dieses Jahres geplant.

Während die Umweltbehörde nun zum Umstieg auf Fahrrad wirbt, kommt der Ausbau des Radverkehrs allerdings in Hamburg nicht so schnell voran, wie er nach Plänen des rot-grünen Senats eigentlich sollte. So sollten pro Jahr 50 Kilometer neue Radverkehrsanlagen gebaut werden. 2017 schaffte Hamburg aber nur 30 Kilometer – davon überwiegend Radfahr- oder Schutzstreifen, wobei lediglich weiße Linien auf eine Fahrbahn gepinselt werden. Echte Fahrradstraßen wurden nur auf einer Länge von 2,1 Kilometern fertiggestellt.

Derzeit liegt der Radverkehrsanteil in Hamburg nach der letzten Erhebung bei etwa zwölf Prozent. In den nächsten Jahren, so das Ziel, soll er auf mehr als 20 Prozent steigen. Noch aber wird in Hamburg weit mehr Auto gefahren: Der Anteil am gesamten Verkehrsgeschehen liegt bei gut 40 Prozent.

( at )

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