Bergedorf

Überfüllter Altbau: Pro Zimmer 500 Euro Miete?

Bei dem Großeinsatz am Bergedorfer Reetwerder waren rund 130 Beamte im Einsatz

Bei dem Großeinsatz am Bergedorfer Reetwerder waren rund 130 Beamte im Einsatz

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

In dem Gebäude am Reetwerder gab es 63 Räume. Die Sozialbehörde hat weitere Maßnahmen angekündigt.

Hamburg.  Nach der Kontrolle eines vermüllten Altbaus in Bergedorf, in dem 158 Rumänen und Bulgaren auf engstem Raum lebten, hat die Sozialbehörde weitere Maßnahmen angekündigt. Im Fokus stünden Vermieter, die die Not armer Menschen ausnutzen, indem sie Wohnraum im desolaten Zustand überteuert vermieten.

„Es wird weitere Aktionstage gegen Sozialleistungsmissbrauch geben“, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde. Bei zwei Aktionstagen im Herbst hatte die Behörde ähnliche Missstände in Gebäuden an der Seehafenstraße (Harburg) und der Parallelstraße (Wilhelmsburg) aufgedeckt. Wie berichtet, waren am Donnerstag unter Federführung der Sozialbehörde 130 Beamte in dem Altbau am Reetwerder auf teils unzumutbare Zustände gestoßen. 20 Erwachsene und zehn Kinder wurden in eine städtische Unterkunft umquartiert.

Wie das Abendblatt aus Behördenkreisen erfuhr, besteht zudem der Verdacht, dass der Sohn der Vermieterin die Miete „unter Gewaltandrohung“ eingetrieben habe. Die Miete pro Raum betrage 500 Euro. Teilten sich aber mehrere Familien oder Personen einen Raum, seien jeweils 500 Euro Miete kassiert worden. In dem Gebäude gibt es 63 Räume.