Hamburg

Regisseur Christoph Marthaler mit Ibsen-Preis ausgezeichnet

Christoph Marthaler erhält einen der wichtigsten Theater-Preise der Welt

Christoph Marthaler erhält einen der wichtigsten Theater-Preise der Welt

Foto: dpa

Der in Hamburg lebende Schweizer erhält den renommierten Theaterpreis. Derzeit ist seine neue Inszenierung im Schauspielhaus zu sehen.

Hamburg. Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler, seit diesem Jahr Chef-Regisseur der Ruhrtriennale, wird mit dem Internationalen Ibsen-Preis in Norwegen ausgezeichnet. Er sei seit mehr als 30 Jahren einer der weltweit wichtigsten und einflussreichsten Theaterregisseure, erklärte die Jury am Dienstag.

„Er hat seine eigene, einzigartige Bühnensprache kreiert, die den Weg ebnet für neue Einsichten in zwischenmenschliche Beziehungen.“ Marthaler habe beträchtlich zur Entwicklung des Theaters als Kunstform beigetragen. Derzeit inszeniert er „Übermann oder die Liebe kommt zu Besuch“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Große Bühnenbilder, Gesang und Tanz

Der 66 Jahre alte Schweizer hat in Theatern und Opernhäusern vor allem in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich gearbeitet. Er kombiniert große Bühnenbilder, Gesang und Tanz mit stillen Szenen und viel Gestik. Im vergangenen Jahr hatte er den Theaterpreis „Der Faust“ des Deutschen Bühnenvereins für die Inszenierung „Lulu“ an der Staatsoper Hamburg bekommen.

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) begrüßte die Wahl der Jury. „Wir freuen uns über diese Anerkennung der Kunst Christoph Marthalers, die gleichzeitig eine großartige Bestätigung für das künstlerische Programm der Hamburger Bühnen ist, und hoffen auf viele weitere, musikalisch berührende Produktionen von Christoph Marthaler.“ Der Regisseur habe dem Schauspiel in Hamburg wunderbare Inszenierungen beschert.

Der internationale Ibsen-Preis (International Ibsen Award) gilt als einer der prestigeträchtigsten Theaterpreise der Welt. Er ist mit 2,5 Millionen Norwegischen Kronen (rund 263.000 Euro) dotiert und wird vom norwegischen Staat finanziert. Der Vergabe ist im Herbst im Rahmen des Ibsenfestivals in Oslo geplant.

Frühere Preisträger waren zum Beispiel die französische Theatermacherin Ariane Mnouchkine, Autoren wie Jon Fosse und Peter Handke oder der deutsche Komponist und Musiker Heiner Goebbels.