Hamburg

Immer mehr Autofahrer stehen unter Drogeneinfluss

Drogentest für Autofahrer: Ein Polizist streicht einer Frau mit dem Teststreifen über die Stirn (Archivbild)

Drogentest für Autofahrer: Ein Polizist streicht einer Frau mit dem Teststreifen über die Stirn (Archivbild)

Foto: picture alliance / dpa

Im Jahr 2017 wurden allein 434 Cannabis-Fälle registriert. CDU-Politiker Warnholz spricht von alarmierenden Zahlen.

Hamburg.  Immer häufiger gehen der Hamburger Polizei Fahrzeugführer ins Netz, die unter Drogeneinfluss stehen. Neben dem Konsum von Alkohol sind es in Hamburg vor allem Cannabis (Hasch) und Kokain.

Jetzt hat der Senat dazu die neuesten Zahlen für das Jahr 2017 sowie für den Zeitraum vom 1. Januar bis 28. Fe­bruar 2018 vorgelegt. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Rahlstedter CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz werden die einzelnen Fälle im Rahmen von Ordnungswidrigkeitenverfahren aufgelistet. Danach wurden im Jahr 2017 bei 434 Kraftfahrzeugführern Cannabis, bei 105 Kfz-Führern Kokain, bei 36 Amphetaminen, bei acht Heroin/Morphin und bei drei Personen Designer-Amphetamine im Blut festgestellt.

Cannabis und Kokain liegen an der Spitze

Auch im laufenden Jahr liegen Cannabis und Kokain an der Spitze mit bislang jeweils 33 und elf Fällen. Wegen des Mehrfachkonsums sind in einzelnen Blutproben zwei oder mehrere Stoffe festgestellt worden, sodass die Anzahl der festgestellten berauschenden Mittel nicht der Anzahl der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren entspricht, heißt es in der Senatsantwort.

Den stärksten Anstieg im Drogenkonsum gibt es im Vergleich von 2016 zu 2017 bei Kokain (10 Prozent) und Amphetaminen (16 Prozent). Die Designer-Amphetamine waren dagegen rückläufig (minus 50 Prozent). Die meisten Fälle treten in der Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen auf.

Nach Ansicht des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz sind die „vielen Fälle von festgestelltem Drogenkonsum im Straßenverkehr alarmierend“. Die Zertifizierung weiterer Polizeibediensteter für die standardisierten Fahrtüchtigkeitstests sei zu begrüßen, das könne jedoch nur ein Anfang sein, so der Innenexperte.

Den Senatsangaben zufolge wurden im vergangenen Jahr 623 Verfahren wegen des Verdachts auf Einnahme berauschender Mittel eingeleitet (Regelbuße: 500 Euro, ein Monat Fahrverbot). In diesem Jahr sind es bis Ende Februar bereits 96 Fälle.

Jede Droge hat nach ADAC-Angaben Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit: Amphetamin putscht auf, in der Abklingphase führt es zu starker Blendempfindlichkeit und zu Erschöpfungszuständen, die in Sekundenschlaf münden können. Bei Heroin setzen Störungen der Muskelbewegungen, Einschlafneigung und Entzugserscheinungen die Fahrtüchtigkeit herab.

Cannabis beeinträchtigt Reaktionsvermögen und Konzentration stark. Die Abschätzung von Entfernungen sowie eine objektive Beurteilung kritischer Situationen sind nicht mehr gegeben. Zudem wird das Blickfeld stark eingeschränkt und das beidäugige Sehen negativ beeinflusst.