Hamburger Hafen

Tschüs, "Aidaperla" und "Antoine de Saint Exupéry"!

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Am Montagmorgen im Hamburger Hafen: Das Containerschiff  Marchen Maersk läuft ein

Am Montagmorgen im Hamburger Hafen: Das Containerschiff Marchen Maersk läuft ein

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

3000 Gäste starteten am Sonntag mit 21 Stunden Verspätung auf ihre Reise. Der Containerriese musste noch länger warten.

Hamburg. Wenige Minuten nach 15 Uhr konnte es endlich losgehen. Wäre alles nach Plan gelaufen, hätten 3000 Kreuzfahrtgäste der "Aidaperla" bereits am Sonnabend ihre Reise ab Hamburg antreten können. Doch es wurde zu einer Fahrt mit Tücken: Der Sturm durchkreuzte die Urlaubspläne der Passagiere auf der "Aidaperla", ihr Trip wurde zur Odyssee im Kleinformat. Das Schiff lag seit Sonnabend im Hamburger Hafen und startete nun erst einen Tag später auf die Fahrt nach Southampton.

Fraglich war der Start der "Aidaperla" bis zuletzt, weil zugleich das 400-Meter-Schiff "MSC London" auf eine Freigabe drängte, nach Hamburg einlaufen zu dürfen. Dazu herrschte aber noch zu viel Wind, hieß es bei der Nautischen Zentrale. Die "Aidaperla" und das große Containerschiff dürfen sich nicht auf der Elbe begegnen. Während die "MSC London" vermutlich noch bis in die Nacht auf eine Freigabe warten muss, hat die "Aidaperla" kurz vor Mitternacht bereits Helgoland passiert.

Erleichtert schauten die Gäste bei strahlender Sonne ein letztes Mal auf den Kai Steinwerder, als die Leinen fielen. Planmäßig hätte die "Aidaperla" bereits um 18 Uhr am Sonnabend auslaufen sollen. 21 Stunden später war es dann tatsächlich so weit.

Containerriese mit noch größerer Verspätung

Noch länger musste die Besatzung der "CMA CGM Antoine de Saint Exupéry" auf die Weiterfahrt warten: Das bisher größte Containerschiff, das den Hamburger Hafen besucht hat, war am frühen Donnerstagmorgen von Dünkirchen (Frankreich) kommend eingelaufen. Nach dem Löschen von 7500 Standardcontainern und der neuen Beladung mit 4500 Boxen, sollte der Frachter eigentlich am Sonnabend um 11 Uhr wieder auslaufen. Tatsächlich vom Containerterminal Burchardkai ablegen durfte der 400 Meter lange und 59 Meter breite Koloss erst mehr als 36 Stunden später, am Sonntag gegen 23:45 Uhr.

Das Problem: Seit Freitag war die Elbe wegen heftigen Windes für große Schiffe zeitweise gesperrt. Da der Ostwind das Wasser aus der Elbe gedrückt hat, reichte die Wassertiefe des Flusses für große Schiffe nicht mehr aus. Zudem machten die Böen das Manövrieren unmöglich.

Fahrpläne durcheinandergeraten

Durch die Windverhältnisse sind die Fahrpläne der Kreuzfahrer und Containerschiffe durcheinandergeraten und müssen nacheinander abgearbeitet werden.

Für Tausende Aida-Kunden wurde der Sturm zur Geduldsprobe: Denn die "Aidaperla" legte nicht nur verspätet ab, sie war auch verzögert eingelaufen. Zunächst war die Erstankunft des Schiffs im Hamburger Hafen für den Sonnabendmorgen terminiert gewesen, doch diese wurde kurzfristig abgeblasen.

"Erst am Mittag hat die 'Aidaperla' Hamburg erreicht", bestätigte Aida-Pressesprecherin Kathrin Heitmann am Sonnabendmittag. Wegen der verspäteten Ankunft in Hamburg mussten einige abreisende Gäste ihren Anschlussflug umbuchen. Denn planmäßig sollte das Schiff nachts auf die Elbe fahren und um acht Uhr am Morgen am Cruise Center Steinwerder festmachen.

Schnelle Reinigung der "Aidaperla"

Die "Aidaperla" war zuvor mit Tausenden Passagieren auf der Tour von Palma de Mallorca nach Hamburg unterwegs. Das Schiff hatte am Freitag Rotterdam verlassen und kreuzte wegen der Sperrung der Elbe zunächst westlich vor Helgoland.

Als die "Aidaperla" dann endlich um 14 Uhr am Sonnabend in Steinwerder festmachte, musste alles ganz schnell gehen. Die 1500 Kabinen wurden gereinigt, die Dienstleister mussten die Arbeit, die sonst den ganzen Tag in Anspruch nehmen, in wenigen Stunden leisten, lobte ein Aida-Sprecher die Service-Unternehmen.

3000 neue Gäste an Bord

Schon um 18 Uhr kamen in Hamburg die neuen Passagiere an Bord. 3000 neue Reisende waren damit seit Sonnabendabend auf dem Schiff und warteten auf den Start. "Jetzt fehlen noch ganz wenige Gäste, aber dann beginnen wir mit den Seenotrettungsübungen und sind bereit", sagte der Sprecher am Sonntagvormittag. Die Reise sollte über das britische Southampton nach Le Havre (Frankreich) gehen, dieser Stopp entfällt aber nun. Anschließend besucht das Schiff das belgische Zeebrügge. Dann läuft die "Aidaperla" Rotterdam an und fährt wieder nach Hamburg.

Mittlerweile geht der Betrieb wieder weiter wie gewohnt. Am Montagmorgen lief das Containerschiff Marchen Maersk während des Sonnenaufgangs in den Hamburger Hafen ein.

( mw/mk/josi )

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