Hamburg

CDU fordert mehr Einsatz von Erdwärme in Hamburg

Die Hamburger CDU  fordert den Einsatz  von mehr Erdwärme (Symbolbild)

Die Hamburger CDU fordert den Einsatz von mehr Erdwärme (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa

Die rot-grüne Wärmewende gehe kaum voran und erzeuge hohe Kosten, kritisiert die Opposition.

Hamburg.  Die CDU plädiert für eine stärkere Einbeziehung von Erdwärme in die Wärmeversorgung – und hat dazu jetzt einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. „Die Nutzung von Erdwärme als innovativer, klimafreundlicher und insbesondere CO2-freier Weg kann einen wertvollen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz liefern“, heißt es darin. „Dieses zeigt die deutlich zunehmende Anzahl von Tiefengeothermie-Anlagen zum Beispiel in der engeren und weiteren Umgebung von München.“

Bereits vor einigen Jahren seien die Möglichkeiten zur Nutzung von Tiefengeothermie in Hamburg durch „Hamburg Energie“ untersucht worden. Seither sei die „zugrundeliegende Technik maßgeblich weiterentwickelt worden“, so der CDU-Antrag. Daher solle der rot-grüne Senat nun „die Möglichkeiten der Nutzbarmachung von Tiefengeothermie erneut überprüfen“ – und zwar an unterschiedlichen Standorten. Dabei solle auch geprüft werden, wie Erdwärme in das Fernwärmenetz eingespeist werden könnte. Bis Jahresende möge der Senat der Bürgerschaft über die Ergebnisse berichten, fordert die CDU.

„Ein zukünftiger Baustein der Wärmeversorgung in Hamburg könnte die Nutzung von Erdwärme sein“, sagte CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm. „Doch statt nach wirklich innovativen Lösungen zu suchen, haben SPD und Grüne noch immer kein tragfähiges Wärmekonzept für unsere Stadt. Das Kraftwerk Wedel bleibt noch sehr lange am Netz, es soll ein unsinniges Gaskraftwerk für eine Viertelmilliarde Euro gebaut werden, und es drohen erhebliche Preissteigerungen für alle Wärmekunden. Das sind die Folgen von Senator Kerstans Energiepolitik der eingeschlafenen Hand.“ Dabei wäre eine „vollständig verbrennungsfreie Energieerzeugung mit minimalem Flächenverbrauch“, wie durch Erdwärme möglich, „die Königsklasse in der Energiewende“, so Gamm.

Einsatzmöglichkeiten von Erdwärme werden geprüft

Aus der Umweltbehörde hieß es, die vom CDU-Politiker genannte Zahl zu angeblichen Kosten sei „absurd hoch“ und es sei „nicht nachvollziehbar, wie man auf diese Zahl kommen kann“. Beim Thema Erdwärme sei man „dabei, mögliche Einsatzmöglichkeiten intensiv zu prüfen“, sagte Jan Dube, Sprecher von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

„Wir sehen die Energiewende in Hamburg auf einem sehr guten Weg“, so Dube. „Anders als die CDU setzen wir auf Klimaschutz und Kohleausstieg. Wir wollen nach der Abschaltung des Kraftwerks in Wedel und der Umrüstung des Kraftwerks in Tiefstack bis 2025 den Kohleausstieg erreichen.“ Das Konzept der Umweltbehörde sehe einen Ersatz des alten Kohlekraftwerks in Wedel vor allem durch erneuerbare Quellen vor – zum Beispiel durch Müllverwertung, Bioenergie, industrielle Abwärme, einen unterirdischen Wärmespeicher und eine große Klärwasser-Wärmepumpe.