Hamburg

Helmut Schmidts Arzt soll Zulassung verlieren

Herzspezialist Kuck war nach Abrechnungsbetrug zu Haftstrafe verurteilt worden. Er behandelte auch David Bowie

Hamburg. Einem der prominentesten Hamburger Ärzte droht der Entzug seiner Approbation. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts will die Gesundheitsbehörde von Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) dem renommierten Kardiologen Prof. Karl-Heinz Kuck (As­klepios Klinik St. Georg) seine staatliche Zulassung entziehen. Das Verfahren läuft noch. Kuck hat Widerspruch eingelegt, was in diesem Fall aufschiebende Wirkung hat.

Kuck (65) wurde zuletzt seine persönliche Ermächtigung zur ambulanten Behandlung von Kassenpatienten entzogen, weil er durch Abrechnungsbetrug aufgefallen ist. Deswegen erhielt er vor zwei Jahren vom Landgericht Hamburg einen Strafbefehl über 100.000 Euro und wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Das Abendblatt hatte damals die Verurteilung öffentlich gemacht.

Die Behörde hatte nach dem Urteil den Entzug der Approbation geprüft. Kuck hatte darauf hingewiesen, dass niemand medizinisch geschädigt worden und dass die Behandlungskosten erstattet worden seien. Es ging um Untersuchungen und Behandlungen, die nicht er selbst vorgenommen hatte, sondern offenbar Mitarbeiter seines Teams in der Asklepios Klinik St. Georg.

Kuck sagte damals dem Abendblatt: „Alle haben die gewünschten Behandlungen vollständig und tadellos erhalten.“ Lediglich bei der Abrechnung sei ein Fehler unterlaufen, „für den ich persönlich die Verantwortung übernehme.“

Nun sagte ein Sprecher von Asklepios dem Abendblatt: „Ein Approbationsentzug ist ein höchstpersönlicher Akt. Uns liegt dazu kein aktueller Verfahrenstand vor. Wir haben Prof. Kuck aufgefordert, uns offiziell über den Stand des Verfahrens zu informieren und sich auch öffentlich dazu zu erklären.“ Prof. Matthias Prinz, Anwalt von Kuck, sagte dazu: „Asklepios ist bereits am 1. März schriftlich über den aktuellen Verfahrensstand informiert worden.“

Kuck, der seine Karriere im UKE begonnen hatte, gilt als international renommierter Herzspezialist, insbesondere auf dem Gebiet der Herzrhythmus­störungen. Mehrere Prominente haben seine Dienste in Anspruch genommen, darunter Ex-Kanzler Helmut Schmidt und im Jahr 2004 auch David Bowie, der bei einem Konzert in Scheeßel akute Herzprobleme bekam. (ryb)