„Festival der Gastgeber“

Hotels bieten Hamburgern Zimmer zu Sonderpreisen an

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Ulrich Gaßdorf
Folke Sievers, Hoteldirektor im Hotel Reichshof

Folke Sievers, Hoteldirektor im Hotel Reichshof

Foto: Klaus Bodig

Das „Festival der Gastgeber“ soll Bewohner der Hansestadt mit Tourismus-Boom versöhnen: Ein Wochenende mit vielen Überraschungen.

Hamburg.  Der Hotelmarkt in Hamburg boomt. Allein in diesem Jahr sollen laut Hamburg Tourismus GmbH (HHT) zwölf neue Häuser mit insgesamt 2231 Zimmern in der Hansestadt eröffnen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Elbmetropole 13,8 Millionen Übernachtungen. Die Hoteliers wollen aber nicht nur die Gäste aus aller Welt für sich gewinnen, sondern auch die Hamburger. Nach Abendblatt-Informationen plant der Promotion Pool der Hamburger Hotellerie, dem rund 160 Häuser angehören, in Kooperation mit der HHT, dem Tourismusverband Hamburg und der Handelskammer ein „Festival der Gastgeber“ – mit dem angesichts wachsender Touristenscharen auch um Akzeptanz bei den Hamburgern geworben werden soll.

„Die Hotellerie wird sich ein Wochenende nur auf die Hamburger konzentrieren. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern an einem Programm. Die Hotels werden sich als Gastgeber aus Leidenschaft präsentieren und auch einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen“, sagte Folke Sievers dem Abendblatt. Der Direktor vom Reichshof (Curio by Hilton) an der Kirchenallee ist Vorsitzender des Promotion Pools.

„Festival der Gastgeber“ soll 2019 starten

Der Termin soll im Februar oder März 2019 sein. An diesem Wochenende werden die „Hotels den Hamburgern Übernachtungen zu Sonderpreisen anbieten. Sie sollen Gast in der eigenen Stadt sein“, sagte Sievers. Außerdem sind in den Häusern an dem Wochenende Events mit Musikprogramm und kulinarischen Überraschungen geplant. Zudem wird es Führungen durch die Häuser geben. Die Hamburger können ein Ticket erwerben „für einen eher symbolischen Betrag“, das dann als Eintrittskarte für alle Veranstaltungen in den teilnehmenden Hotels gilt. Wie viele das genau sein werden, steht noch nicht fest. „Wir haben 160 Hamburger Hotels im Promotion Pool. Ich denke, die meisten werden mitmachen“, kündigte Sievers an.

Zu dem Pool gehören zahlreiche Privathotels und auch internationale Ketten wie Accor (Mercure, Ibis, No­votel) oder Mövenpick. Auch die Luxushotels Atlantic Kempinski und Fairmont Vier Jahreszeiten zahlen in den Promotion Pool ein.

Hamburgern die Schwellenangst nehmen

Das „Festival der Gastgeber“ hat auch einen ernsten Hintergrund: „Wir wollen den Hamburgern die Schwellenangst nehmen“, sagte Sievers. „Denn Hotels sind nicht nur ein Ort zum Übernachten, sondern ein Treffpunkt für die Menschen, die in dieser Stadt leben.“ Die Bars und Restaurants in den Hotels seien im Ausland häufig der gesellschaftliche Mittelpunkt von Metropolen – das möchte die Hamburger Hotellerie auch sein.

Zudem werden in der Hotellerie und Gastronomie Tausende Arbeitskräfte gesucht – auch dazu soll das Festival dienen. „Wir wollen vor allem jungen Menschen an diesem Wochenende präsentieren, wie vielfältig die Berufe in der Hotellerie sind, und so dringend benötigten Nachwuchs für diese Branche gewinnen“, sagte Sievers.

Unterstützung kommt auch von der Stadt. Dem Abendblatt sagte Tourismus-Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD): „Die Hotellerie in Hamburg hat viel zu bieten. Deshalb ist es zu begrüßen, wenn es ein ,Festival der Gastgeber‘ gibt, damit auch die Hamburger die Vielfalt des Angebots in der eigenen Stadt kennenlernen können.“

Dehoga will Nachwuchs für die Hotellerie begeistern

Auch der Branchenverband Dehoga steht hinter den Planungen: „Die Hotels in der Hansestadt sind für alle da. Für die Gäste aus aller Welt, aber auch für die Menschen, die in dieser Stadt leben“, sagte Präsident Franz Klein. Deshalb sei das Festival eine sehr gute Idee, da sich die Häuser mit ihrem vielfältigen Angebot präsentieren könnten. Zudem sei es eine gute Möglichkeit, um den Nachwuchs von diesem spannenden Berufsfeld zu begeistern, so Klein.

Die Hotellerie in Hamburg ist in Bewegung. Besonders internationale Ketten drängen auf den Markt der Hansestadt – Grundstücke in attraktiver Lage sind stark nachgefragt. So hat sich Hammerbrook aufgrund der Nähe zu der Innenstadt zu einem regelrechten Hotelstadtteil entwickelt, in dem zahlreiche neue Häuser eröffnet wurden. Aber auch die Luxushotellerie setzt auf die Elbmetropole: Am 19. März wird das The Fontenay an der Außenalster eröffnet. Bauherr Klaus-Michael Kühne hat sich vorgenommen, dass es das „beste Hotel Deutschlands“ werden soll. Am Rödingsmarkt drängt ab Sommer mit der Marke Fraser Suites ein weiteres Fünfsternehotel auf den Markt.

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