Hamburg

1338 Ampel-Ausfälle in einem Jahr

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Ulrich Gaßdorf

Technik an 300 Anlagen nicht mehr auf dem neuesten Stand. CDU fordert höhere Betriebsstabilität

Hamburg. Sind Hamburgs Ampeln veraltet? In der Hansestadt sind Videosysteme an mehr als 300 Lichtsignal­anlagen vorhanden. Diese „entsprechen aber in ihrer Genauigkeit und Leistungsfähigkeit nicht mehr dem neues­ten Stand der Technik, sodass seit einem Jahr nur noch Wärmebildkameras zur Verkehrserfassung eingesetzt werden“, heißt es in einer Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Verkehrsexperten Dennis Thering. An 850 Lichtsignalanlagen seien zudem noch konventionelle Erfassungseinrichtungen wie Schleifendetektoren, Passiv-Infrarot-Sensoren und Radar­detektoren für eine effizientere Steuerung der Lichtsignalanlagen im Einsatz.

„Hamburgs Ampeln entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik“, sagt CDU-Politiker Thering. „Hamburg ist deutsche Stauhauptstadt und braucht deshalb dringend einen Modernisierungsschub bei den Ampelanlagen.“

Bis 2020 sollen 18 neue Ampeln gebaut werden

Aus der Antwort des Senats gehen weitere Fakten hervor: Die Zahl der Ampeln in der Hansestadt hat sich seit dem Jahr 2011 von 1744 auf 1764 erhöht. Bis 2020 sollen, so die Antwort des Senats, 18 neue Lichtsignalanlagen gebaut werden. Darunter sind die Standorte Baakenwerder Straße/Zweibrückenstraße, Dratelnstraße/Thielenstraße, Elbgaustraße/Vorhornweg, Freihafenelbbrücke/ U-Bahnhof Elbbrücken, Julius-Vosseler-Straße/Emil-Andresen-Straße, Kattwykdamm/Kattwykstraße, Luruper Hauptstraße/Fahrenort, Versmannstraße/Brücke Baakenhafen Mitte, Vollhöfner Weiden, Wandsbeker Allee/Wandsewanderweg sowie Zweibrückenstraße/Billhorner Brückenstraße.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 1338 Ampelausfälle. Davon waren 980 sogenannte technische Eigenausfälle. Das heißt, diese wurden zum Beispiel durch die „Auslösung der Sicherung“ verursacht. Außerdem kam es zu 358 sogenannten Fremdausfällen. Grund dafür waren Netzstörungen. Auch in diesem Jahr waren schon 180 Ampeln defekt. Bis zum 23. Februar gab es 129 technische Eigenausfälle und 51 Fremdausfälle.

„Es ist völlig unverständlich, dass sich SPD und Grüne für die Ausrichtung des ITS-Weltkongresses 2021 (Anm. d. Red. der sich mit intelligenten Verkehrssystemen beschäftigt) selber feiern und die einfachsten Hausaufgaben nicht erledigt bekommen“, sagt Thering. Angesichts der hohen Zahl der Ampelausfälle solle der Senat lieber erst mal die Betriebsstabilität der Bestandsampeln verbessern.

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