Kriminalität

3,5 Millionen Beutegeld für die Hamburger Staatskasse

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Summe um 67 Prozent gestiegen. Das Geld stammt vor allem aus dem Drogenhandel.

Hamburg.  Der Hamburger Staatskasse sind im vergangenen Jahr knapp 3,5 Millionen Euro aus der Beute von Kriminellen zugeflossen. Das ist ein Anstieg um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als die Staatsanwaltschaft rund 2,1 Millionen an vereinnahmten Vermögenswerten überwies.

Wie aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator weiter hervorgeht, zog die Ermittlungsbehörde insgesamt wesentlich mehr Geld ein. Diese vorläufig sichergestellten Vermögenwerte beliefen sich 2016 auf knapp 17 Millionen Euro. Für 2017 liegt diese Angabe noch nicht vor.

Das Geld stammt vor allem aus dem Drogenhandel. Aus welchen Verfahren die Beträge im Einzelnen kommen, kann die Polizei nicht sagen, weil sich die Ermittlungen zum Teil über Jahre hinziehen. Die organisierte Kriminalität spielt keine große Rolle. Nur 1,2 Prozent der 2016 vorläufig sichergestellten 17 Millionen Euro stammten aus diesem Deliktbereich, hieß es.

Zehnjahreshoch bei den Drogendelikten

Gewinne aus Verbrechen haben die Strafverfolgungsbehörden immer eingezogen, seit Juli 2017 sind ihre Befugnisse durch ein neues Bundesgesetz aber deutlich erweitert worden. Seitdem können die Behörden nicht nur Erträge aus Straftaten abschöpfen, sie sind vielmehr dazu verpflichtet. Sie haben nun die Möglichkeit, Vermögen unter bestimmten Voraussetzungen auch dann einzuziehen, wenn sie nicht sicher wissen, aus welcher konkreten Straftat es stammt.

Die Drogenkriminalität hat 2017 ein Zehnjahreshoch in Hamburg erreicht. Die Zahl der erfassten Rauschgiftdelikte stieg um 0,9 Prozent auf 10.605 Fälle, wie aus der jüngst veröffentlichten Kriminalstatistik hervorgeht. dpa