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Wo Sie in Hamburg sicher vor Einbrechern sind – und wo nicht

Besorgniserregende Entwicklung bei der „Qualität“ der Taten. Fallzahl sinkt, außer in Wilhelmsburg, im Osten und Westen der Stadt.

Hamburg. Zweieinhalb Jahre nach Gründung der Soko „Castle“ hat die Hamburger Polizei die Einbruchszahlen deutlich senken können. Wurden im Jahr 2015 noch 9006 Einbrüche in Wohnungen angezeigt, waren es im Jahr 2017 nur noch 5769 Taten in der Hansestadt – das sind 3237 Einbrüche weniger als 2015, ein Rückgang um 35,9 Prozent.

Der Haken: In den einzelnen Stadtteilen sind die Zahlen sehr unterschiedlich. In „guten“ Wohngegenden – wie rund um die Alster und in den Walddörfern – wurden deutliche Rückgänge verzeichnet. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg und in den großen Wohnquartieren im Bezirk Bergedorf stiegen die Zahlen dagegen deutlich.

Im Bezirks Mitte kam 2017 auf 138 Wohnungen ein Einbruch

„Wir reagieren mit regionalen Schwerpunkteinsätzen“, sagt Polizeisprecher Ulf Wundrack. So wurden in dem besonders belasteten Bezirk Wandsbek in den vergangenen Wochen gleich drei größere Aktionen gegen Einbrecher durchgeführt. Im Bezirks Mitte kam 2017 auf 138 Wohnungen ein Einbruch. Dort ging die Zahl der Taten 2017 zwar zurück. Der Rückgang ist mit 6,7 Prozent aber deutlich unterdurchschnittlich.

Haben Sie Angst, dass bei Ihnen eingebrochen wird?

Während in den klassischen City-Stadtteilen, wie der Altstadt und der Neustadt, der HafenCity und St. Pauli durchweg hohe Rückgänge verzeichnet wurden, stieg allein in Wilhelmsburg die Zahl der Einbrüche um fast die Hälfte (45,4 Prozent) auf 253 an. Der Bezirk Altona verzeichnet mit einem Rückgang um 22,3 Prozent einen leicht unterdurchschnittlichen Wert. In dem Bezirk wurde 2017 in jede 120. Wohnung eingebrochen. In den Stadtteilen Altona-Nord, Ottensen, Bahrenfeld, Groß Flottbek, Othmarschen und Lurup wurden Rückgänge um teilweise mehr als 40 Prozent verzeichnet. Im Kerngebiet Altona und am westlichen Rand der Hansestadt in Sülldorf und Rissen stieg die Zahl der Taten dagegen.

Im Bezirk Eimsbüttel gingen die Einbrüche deutlich zurück

Im Bezirk Eimsbüttel gingen die Einbrüche deutlich um ein gutes Drittel (33,8 Prozent) zurück. Das ist der beste Wert aller Bezirke. Statistisch gesehen, wurde in dem Bezirk aber immer noch in jede 120. Wohnung eingebrochen – also ähnlich wie in Altona. Besonders groß ist der Rückgang in Harvestehude und Hoheluft West. Dort hat sich die Zahl der Taten sogar mehr als halbiert.

Im Bezirk Wandsbek wurden zwar 595 Wohnungseinbrüche weniger als im Vorjahr gezählt. Dennoch ist es der am stärksten durch Einbrüche belastete Bezirk. Statistisch kam ein Einbruch auf 98 Wohnungen. Besondern große Rückgänge um mehr als 50 Prozent gab es in Wohldorf-Ohlstedt, Bergstedt und Volksdorf. Den Spitzenwert bei den Rückgängen erreichte der Stadtteil Steilshoop mit 55,4 Prozent.

Im Bezirk Harburg ging die Zahl der Einbrüche ebenfalls zurück

Der Bezirk Bergedorf ist das Sorgenkind bei Einbrüchen. Die Zahl der Taten stieg um 28,5 Prozent. Grund ist die Entwicklung in den beiden Stadtteilen Lohbrügge und Neuallermöhe. In Lohbrügge nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche um 143 Prozent zu – und stieg auf 192 Taten. In Neuallermöhe wurden 70 Taten gezählt. Das sind 24 mehr als im Vorjahr – eine Zunahme um mehr als 52 Prozent. Insgesamt wohnt man im Bezirk Bergedorf aber sicher: Statistisch wurde in jede 163. Wohnung eingebrochen, also deutlich seltener als in anderen Bezirken.

Im Bezirk Harburg ging die Zahl der Einbrüche zwar um 31,9 Prozent auf 521 Taten zurück. Hier wurde aber sogar in jede 99. Wohnung eingebrochen. Damit liegt Harburg nur knapp vor dem Schlusslicht Wandsbek. Starke Rückgänge gab es in den Stadtteilen Heimfeld und Eißendorf – um jeweils mehr als 30 Prozent. In Marmstorf betrug der Rückgang sogar 67,3 Prozent, in den kleinen Stadtteilen Langenbek und Sinstorf sogar 70 und 80 Prozent. Im Harburger Kerngebiet gab es mit 72 Taten keine Veränderung zum Vorjahr.

Besorgniserregende "Qualität" der Taten

Bei der „Qualität“ der Taten gibt es eine besorgniserregende Entwicklung. Vermehrt brechen gut organisierte Banden durch das Dach in Wohnhäuser ein. Mit der brachialen Methode umgehen sie Alarmanlagen an Türen und Fenstern. Keiner dieser Einbrecher wurde bisher gefasst. Die Beute war in allen Fällen extrem groß, in Einzelfällen im Millionenbereich. Betroffen waren ausschließlich sehr gute Wohngegenden und frei stehende Villen.