Hamburg

Stadtreinigung streut das Vierfache der normalen Menge

Auto- und Radfahrer müssen trotzdem mit Glätte rechnen

Hamburg.  Dank Hoch „Hartmut“ hat der Winter Hamburg weiter fest im Griff. Auch am Wochenende bleibt es eisig. „Von frühlingshaften Temperaturen sind wir im Norden sehr weit entfernt“, sagt Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg. In den kommenden Tagen wird es tagsüber maximal minus 5 Grad warm. „Gefühlt sind es wegen des eisigen Windes jedoch minus 15 Grad“, sagt der Meteorologe. Und bis mindestens Sonnabend werden die Temperaturen auch im strengen Frostbereich bleiben. „Denn zumindest im Norden bleiben wir weiterhin in der Ostströmung“, so der Wetterexperte.

Spannend wird es am Sonntag. Möglicherweise könnten sich die Temperaturen dann mal wieder im Plusbereich bewegen – wenn auch nur im einstelligen Bereich. „Die Frage ist nicht, ob der Frühling am Wochenende kommt, sondern ob wir aus dem Frostbereich kommen“, sagt Kent Heinemann. Bisher sehe es nicht danach aus.

Die Umweltbehörde warnt ausdrücklich vor dem Betreten des Eises. Trotz der anhaltend kalten Temperaturen trägt das sich auf den Gewässern möglicherweise gebildete Eis keine Last, heißt es. Es sei zu dünn. Beim Betreten des Eises bestehe höchste Lebensgefahr. Eltern sollten ihre Kinder eindringlich warnen.

Gewarnt waren auch die Autofahrer – trotzdem kam es am Dienstagmorgen im Raum Hamburg zu langen Staus. Unter anderem gab es der Verkehrsleitzentrale zufolge auf der Autobahn 7 zwischen dem Horster Dreieck und dem Elbtunnel 22 Kilometer Stau. Auf der Autobahn 1 ab dem Maschener Kreuz in Richtung Hamburg stauten sich die Wagen­ auf zwölf Kilometern Länge, und auf der Autobahn 25 von Geesthacht in Richtung Hamburg gab es 14 Kilometern Stau.

Im Stadtgebiet kam es am Morgen insbesondere im Süden und im Osten zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Die Polizei sprach von rund 30 Verkehrsunfällen am frühen Dienstagmorgen im Hamburger Raum.

Auch im S-Bahn-Verkehr kam es zu vereinzelten Ausfällen und Umleitungen. Wegen einer Weichenstörung in Altona fiel die S-Bahn-Linie 2 bis zum Nachmittag aus. Die Züge der S 11 fuhren am Morgen in Richtung Poppenbüttel über Landungsbrücken statt Dammtor. Auch die Hochbahn meldete am frühen Morgen eine Weichenstörung, weshalb die U 1 zwischen Ahrensburg-West und Großhansdorf ausfiel. Auch im Busverkehr kam es zu Verspätungen und Ausfällen, am Vormittag fuhr aber alles wieder nach Plan.

Die Stadtreinigung hatte ihr Team in der Nacht wieder auf alle verfügbaren 900 Mitarbeiter und 350 Streufahrzeuge aufgestockt. „Wie streuen das Vierfache der normalen Menge“, sagte Sprecher Andree Möller dem Abendblatt am Morgen. Noch reichten die 12.000 Tonnen Streusalz, mit denen die Stadtreinigung in den Winter gegangen ist. Bei Bedarf werde man sich jedoch um Nachschub bemühen. Dennoch müsste mit äußerst glattem Untergrund gerechnet werden – auch, weil die sogenannte Weitwirkung der Autos fehle. Heißt: Selbst die Vierräder können den Neuschnee nicht an den Rand verteilen. Auf wichtigen Gehwegen und Fahrradwegen werde ebenfalls gestreut, auf Letzteren mit feinkörnigem Kies. Fahrradfahrer berichteten am Dienstagmorgen dennoch von verschneiten und glatten Radwegen. „Für Zweiradfahrer ist das heute eigentlich ein No-go-Wetter“, sagte Möller. (HA)

Wege und Flächen, auf denen die Winterdienstpflicht nur ungenügend oder gar nicht wahrgenommen wurde, können die Bürger unter der Winterdienst-Hotline Tel. 25 76 13 13 melden.