Hamburg

Obdachlose dürfen wegen Eiseskälte länger ins Warme

Hamburg. Die Kälte kann für Obdachlose lebensbedrohend sein. Die Sozialbehörde und der städtische Betreiber der beiden Standorte des Winternotprogramms haben deshalb beschlossen, dass die Obdachlosen länger im Warmen bleiben dürfen. Schon am Sonntag öffneten die von „Fördern & Wohnen“ betriebenen Einrichtungen an der Friesenstraße und am Schaarsteinweg bereits um 15 statt um 17 Uhr. Und am nächsten Morgen durften die Menschen bis 11 Uhr anstatt bis 9.30 Uhr bleiben.

„Ob die Öffnungszeiten der Unterkünfte ausgeweitet werden, wird von Tag zu Tag entschieden“, sagte Susanne Schwendtke, Sprecherin von „Fördern & Wohnen“, am Dienstag. „Die Obdachlosen erfahren am Morgen, ob sie am Nachmittag bereits um 15 Uhr kommen können.“ Auch Anlaufstellen wie die Bahnhofsmission werden informiert.

Dem Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“ reicht das nicht. Die Macher fordern, das Winternotprogramm auch am Tag zu öffnen. „Die Obdachlosen tagsüber in die Kälte zu schicken ist gefährlich“, sagte der Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer.

Angesichts der Kältewelle engagieren sich auch die Hamburger Giants und der Amateur-Box-Verband für Obdachlose: Sie öffnen ihre Boxsporthalle (Braamkamp 1) in Alsterdorf. Bis Donnerstag werde die Halle von 21.30 Uhr bis 6 Uhr morgens geöffnet sein, kündigten Verband und Mannschaft am Dienstag an. Abgerundet wird das Angebot mit warmer Suppe und Tee. Die Giants stünden für Loyalität und Zusammenarbeit, sagte General-Manager Raiko Morales. „Deshalb war es für uns klar, dass wir bei einem solch extremen Wetter schnell reagieren müssen.“