Wetter in Hamburg

U-Bahnen fahren nach Problemen mit Strom wieder störungsfrei

Das Wetter lähmt den öffentlichen Nahverkehr. Rund 30 Unfälle im Hamburger Raum. Auf Eisflächen besteht Lebensgefahr.

Hamburg. Die U-Bahnen fallen reihenweise aus, bei der S-Bahn gibt es Probleme. Auch die Züge der Deutschen Bahn haben am Hamburger Hauptbahnhof sowie in Altona Verspätungen. Dank Hoch "Hartmut" hat der Winter Hamburg auch am Dienstag weiter fest im Griff. Nach weiteren Schneefällen in der Nacht müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Behinderungen einstellen. Abendblatt.de hält Sie in einem News-Blog auf dem Laufenden.

U2 fährt wieder auf der kompletten Strecke

Gegen 21.40 Uhr meldete die Hochbahn schließlich via Twitter den störungfreien Betrieb der U2 auf der kompletten Strecke.

U-Bahnen in Hamburg massiv gestört

Und wieder gibt es eine Weichenstörung auf der U-Bahn-Linie U1: Zwischen Volksdorf und Großhansdorf ruhte der Verkehr am Abend. Taxen wurden eingesetzt, teilt die Hochbahn per Twitter mit. Die Störung war gegen 20 Uhr behoben. Dennoch kam es zu Verspätungen.

Die U2 ist zwischen den Messehallen und der Hammer Kirche wegen eines beschädigten Zuges unterbrochen. Die Hochbahn spricht von Problemen mit der Stromversorgung. Nachdem der Zug offenbar nicht mehr das Problem war, gab es Schwierigkeiten zwischen Jungfernstieg und Berliner Tor. Zwischen Jungfernstieg und HafenCity wurde ein Pendelbetrieb eingerichtet.

Weichenstörung legt U1-Verkehr lahm

Die Züge der U-Bahn-Linie U1 konnten ab 13 Uhr für eine Viertelstunde nicht zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Wartenau verkehren. Grund war eine Weichenstörung. Zwar beuge man solchen Problemen etwa mit Weichenheizungen vor, sagte Constanze Dinse, Sprecherin der Hamburger Hochbahn. Aber das Winterwetter könne dazu beitragen, dass es zu solchen Störungen komme. Auf der betroffenen U1-Strecke wurde ein Ersatzverkehr mit Taxis eingerichtet. Nach etwa 15 Minuten rollten die Züge wieder.

Eisige Kälte auch am Wochenende in Hamburg

Während einige Wettermodelle Hoffnung auf Frühling in Teilen Deutschlands machen, bleibt es in Hamburg auch am Wochenende eisig kalt. "Von frühlingshaften Temperaturen sind wir im Norden sehr weit entfernt", sagt Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg. In den kommenden Tagen wird es tagsüber maximal minus 5 Grad warm. "Gefühlt sind es wegen des eisigen Windes jedoch minus 15 Grad", sagt der Meteorologe. Und bis mindestens Sonnabend werden die Temperaturen auch im strengen Frostbereich bleiben. "Denn zumindest im Norden bleiben wir weiterhin in der Ostströmung", so der Wetterexperte.

Spannend wird es am Sonntag. Möglichweise könnten sich die Temperaturen dann mal wieder im Plusbereich bewegen – wenn auch nur im einstelligen Bereich. "Die Frage ist nicht, ob der Frühling am Wochenende kommt, sondern ob wir aus dem Frostbereich kommen", sagt Kent Heinemann. Bisher sehe es nicht danach aus.

Noch kein Schlittschuhlaufen möglich

Die Umweltbehörde warnt eindringlich vor dem Betreten des Eises. Trotz der anhaltend kalten Temperaturen trägt das sich auf den Gewässern möglicherweise gebildete Eis keine Last, heißt es. Es sei zu dünn. Beim Betreten des Eises bestehe höchste Lebensgefahr. Eltern sollten ihre Kinder eindringlich warnen.

S-Bahn auch am Vormittag mit Störungen

Auch um 10 Uhr war der Betrieb der S2 weiterhin eingestellt. "Im Laufe des Tages", könne der Verkehr wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher. Die Züge der S11 fahren zudem in Richtung Poppenbüttel nach wie vor über Landungsbrücken statt Dammtor. Fahrgäste der S3 und S31 müssen in Neugraben umsteigen. Grund der Änderungen ist eine Weichenstörung.

Der Busverkehr in der Stadt läuft wieder problemlos

Nach zahlreichen Behinderungen und Verspätungen am frühen Morgen können die Fahrgäste am Vormittag aufatmen. Die Busse fahren im Stadtgebiet Hamburg wieder nach Plan.

Staus auf den Autobahnen

Schneefall und Glätte haben am Dienstagmorgen im Raum Hamburg zu langen Staus geführt. Unter anderem kam es der Verkehrsleitzentrale zufolge auf der Autobahn 7 zwischen dem Horster Dreieck und dem Elbtunnel zu 22 Kilometern Stau. Auf der Autobahn 1 ab dem Maschener Kreuz in Richtung Hamburg stauten sich die Wagen auf zwölf Kilometern Länge, und auf der Autobahn 25 von Geesthacht in Richtung Hamburg gab es 14 Kilometer Stau.

Behinderungen für Radfahrer

Auch wenn die Streu- und Räumdienste in der ganzen Stadt unterwegs sind – Fahrradfahrer berichteten am Dienstagmorgen von verschneiten und glatten Radwegen. Die Stadtreinigung Hamburg (SRHH) warnt ausdrücklich vor dem Befahren der Wege: "Für Zweiradfahrer ist das heute eigentlich ein No-Go-Wetter", sagte SRHH-Sprecher Andree Möller.

Weiterer Schnee erwartet

Ein aus dem Osten herannahendes Tief bringt außerdem wohl noch mehr Schnee und Wind, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. In der Nacht zum Dienstag schneite es vor allem auf den Ostseeinseln Rügen und Usedom schon ordentlich. „Die Ostsee ist im Verhältnis zu der Luft, die über sie strömt, recht warm. Das muss irgendwie ausgeglichen werden und dadurch bilden sich Schauer, die in Form von Schneefall runterkommen“, sagte ein DWD-Sprecher über das Phänomen.

Während die Temperaturen weiter im Binnenland mancherorts in den zweistelligen Minusbereich fallen konnten, waren die Temperaturen auf den Ostseeinseln bisher etwas milder.

Flieger müssen enteist werden

Auf dem Airport Hamburg waren am Morgen die Enteiser unterwegs. Sie bearbeiteten die Flügel der Jets vor dem Abflug. Die Enteisung ist aus Sicherheitsgründen erforderlich, denn Eis und Schnee erhöhen das Flugzeuggewicht und beeinflussen die Aerodynamik ungünstig.

Bei den Arbeiten werden vorhandene Eisansätze durch Enteisungsflüssigkeit oder Heißluft entfernt. Die Maschine muss dann unmittelbar starten.

Verzögerungen meldete der Flughafen aber nicht. Bei den Abflügen und Ankünften lief der Betrieb in Fuhlsbüttel wie gewohnt.

Unfälle rund um und in Hamburg

Die Polizei sprach von rund 30 Verkehrsunfällen am frühen Dienstagmorgen im Hamburger Raum. In Hamburg-Horn touchierte ein Lastwagen ein Taxi, ein Mensch wurde dabei leicht verletzt.

Bei Lüneburg verlor ein Autofahrer bei Glätte die Kontrolle.

Das Fahrzeug rutschte auf der Bundesstraße 216 zwischen Barendorf und Lüneburg gegen einen Baum und kollidierte mit einer Radfahrerin. Die 17 Jahre alte Radlerin wurde dabei schwer am Kopf verletzt. Der 24-jährige Fahrer konnte sich leicht verletzt aus dem brennenden Auto retten. Bei den anderen Unfällen blieb es nach ersten Erkenntnissen bei Sachschäden. Auch im Süden Schleswig-Holsteins kam es zu mehreren Unfällen.

Ausfall bei der S-Bahn

Wegen einer Weichenstörung in Altona fällt die S-Bahnlinie S2 am Vormittag bis auf Weiteres aus. Die Züge der S11 fahren in Richtung Poppenbüttel über Landungsbrücken statt Dammtor. Fahrgäste der S3 und S31 müssen in Neugraben umsteigen.

Auch die Hochbahn meldete am frühen Morgen eine Weichenstörung, weshalb die U1 zwischen Ahrensburg-West und Großhansdorf ausfiel, bis etwa 7 Uhr. Im Großraum Stormarn kommt es außerdem zu Ausfällen im Busverkehr. Betroffen von Störungen sind auch Lauenburg, Ratzeburg und Mölln.

Winterdienst erhöht die Streu-Frequenz

Die Stadtreinigung Hamburg (SRHH) hat ihr Team in der Nacht wieder auf alle verfügbaren 900 Mitarbeiter und 350 Streufahrzeuge aufgestockt. "Wie streuen das Vierfache der normalen Menge", sagte SRHH-Sprecher Andree Möller dem Abendblatt am Morgen.

Dennoch müsse mit äußerst glattem Untergrund gerechnet werden – auch, weil die sogenannte Weitwirkung der Autos fehle. Heißt: Selbst die Vierräder können den Neuschnee nicht an den Rand verteilen.

Auf wichtigen Gehwegen und Fahrradwegen werde ebenfalls gestreut, auf letzteren mit feinkörnigem Kies. "Für Zweiradfahrer ist das heute aber eigentlich ein No-Go-Wetter", sagte Möller.

Glatte Flächen melden

"Wir streuen immer wieder drauf". Doch stets neue Schneeschauer erschwerten die Arbeit. Entspannen soll sich die Lage spätestens morgen, wenn die Niederschläge aufhören sollen. "Wir sind aber weiter in Bereitschaft", sagte Möller.

Wege und Flächen, auf denen die Winterdienstpflicht nur ungenügend oder gar nicht wahrgenommen wurde, können die Bürger der SRH telefonisch unter der Winterdienst-Hotline Tel. 25761313 melden.

Noch reichten die 12.000 Tonnen Streusalz, mit denen die Stadtreinigung in den Winter gegangen ist. Bei Bedarf werde man sich jedoch um Nachschub bemühen.

Rodelspaß an den Hamburger Elbhängen
Rodeln an der Elbe

Stockender Verkehr auf den Autobahnen

Spiegelglatte Straße machen den Autofahrern zu schaffen. Auf sämtlichen Autobahnen im Stadtgebiet sowie im Umland kommt es am Morgen mindestens zu stockendem Verkehr. Besonders betroffen sind der Osten und der Süden, etwa Bergedorf, Billstedt und Harburg, heißt es bei der Verkehrsleitzentrale. Auf der A1 gab es dazu zwischen Bad Oldesloe und dem Kreuz Bargteheide eine ungesicherte Unfallstelle.

Vorsicht ist vor allem beim Abbiegen geboten. "Da ist es noch ein bisschen seifig", sagt Andree Möller von der Stadtreinigung Hamburg.

Unfälle im Norden

Auf glatten Straßen kam es in der Nacht vereinzelt zu Unfällen. "Es schneit hier und da. Kleinere Unfälle bleiben da nicht aus, es ist aber nichts Dolles dabei", sagte ein Polizeisprecher in Lübeck. In der Nacht zu Dienstag verunglückte etwa ein Lkw auf der A1 bei Lübeck, er stellte sich auf der Fahrbahn quer. Verletzt wurde aber niemand.

Für den Norden kündigte der DWD leichte Schneeschauer an. Dort seien am Dienstag auch Schneeverwehungen möglich. Für Mittwoch ist jedoch kein neuer Schneefall vorhergesagt.