Hamburg

Stadtbekannte Ottenser Restaurants vor dem Abriss

Die Gebäude der Pizzeria Mamma Mia und des Lokals Sotiris an der Ecke Barnerstra0e/Bahrenfelder Straße gelten als marode

Die Gebäude der Pizzeria Mamma Mia und des Lokals Sotiris an der Ecke Barnerstra0e/Bahrenfelder Straße gelten als marode

Foto: Peter Wenig / HA

Mamma Mia und Sotiris müssen an der Barnerstraße einem Neubau weichen, der unweit der Zeisehallen neue Unruhe bringen könnte.

Hamburg. Auch über Ottensen hinaus gelten die Restaurants Mamma Mia und Sotiris als Institutionen der Hamburger Gastronomieszene. Die Lokale an der Ecke Barnerstraße/Bahrenfelder Straße werden jedoch zumindest in ihrer jetzigen Form bald der Vergangenheit angehören. Die Immobilien-Entwickler Köhler & von Bargen, die das Gelände von dem Unternehmen August Prien erwarben, planen auf dem Gelände einen großen Neubau.

Am Montag stellten die Geschäftsführer Helmut Köhler und Kalle Stubbe die Pläne vor. „Wir möchten die Öffentlichkeit umfänglich in unsere Pläne einbeziehen“, sagte Köhler. Man wolle „gemeinsam ein Konzept entwickeln, das in Ottensen Akzeptanz findet“.

Gebäude gelten als Sanierungsfall

Der Wille zur Bürgerbeteiligung geschieht unter dem Eindruck eines nur wenige Fußminuten entfernten Projekts. Die Bebauung des Zeise-Parkplatzes durch den Werbekonzern WPP sorgte für massive Proteste bis zu einem erfolgreichen Bürgerentscheid, der aber faktisch für wirkungslos erklärt wurde. Die Baugenehmigung beruhte laut Behörde auf einem Bebauungsplan, den man nicht einfach wieder ändern könne.

Der Neubau an der Barnerstraße/Bahrenfelder Straße dürfte im Viertel ebenfalls für Unruhe sorgen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Gebäude, errichtet in mehreren Bauphasen von 1890 bis in die 1950er-Jahre, als Sanierungsfall gelten. „Ich war hier in den vergangenen Jahren auch als Hobby-Handwerker beschäftigt“, sagt der Sotiris-Inhaber. Rohrleitungen und Elektrik seien völlig marode. Der Restaurantchef hat mit den neuen Besitzern der Immobilie bereits über eine Rückkehr verhandelt, auch das Mamma Mia soll grundsätzlich Interesse haben, wieder in den Neubau zu ziehen.

Investoren planen viergeschossiges Gebäude

Wann es so weit ist, hängt vom Verfahren ab. Reicht eine Baugenehmigung, könnte es schon in einem Jahr losgehen. Sollte jedoch ein Bebauungsplan notwendig sein, kalkuliert Köhler mit drei Jahren. Die Mietverträge der zwölf Wohnungen (25 bis 150 Quadratmeter groß) und acht Gewerbeflächen seien bereits vor mehreren Jahren bis maximal Januar 2019 befristet worden.

Über weitere Pläne gab es am Montag keine Auskünfte, man wolle niemanden vor vollendete Tatsachen stellen, etwa mit dem Entwurf eines Architekten. Am Dienstag, 20. März (18 Uhr Max-Brauer-Schule), gibt es nun eine erste Info-Veranstaltung, bei den dann geplanten öffentlichen Workshops werden zwei „Verfahrensbegleiter“ gelost, die auch bei den Jury-Sitzungen zu den Architekten-Entwürfen ein Stimmrecht haben sollen (weitere Informationen im Internet unter www.barner42.de).

Das neue Gebäude soll viergeschossig werden, auch die Lager und Garagen im Innenhof werden abgerissen und neu bebaut. Geplant sind Gewerbe, Büros sowie Wohnraum im Drittel-Mix aus Sozialwohnungen, frei finanzierten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen.