Verkehr

Hamburg will mit 1000 Elektro-Bullis in die Zukunft fahren

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Axel Tiedemann
Der neue Elektro-Bulli der VW-Tochter Moia wurde in nur zehn Monaten im Werk Osnabrück entwickelt und kommt erstmals bei dem Pilotprojekt in Hamburg zum Einsatz

Der neue Elektro-Bulli der VW-Tochter Moia wurde in nur zehn Monaten im Werk Osnabrück entwickelt und kommt erstmals bei dem Pilotprojekt in Hamburg zum Einsatz

Foto: VW Moia (3)

VW-Tochter plant Pilotprojekt in der Hansestadt – ein Angebot zwischen öffentlichem Nahverkehr und Taxi. Erst mit, dann ohne Fahrer.

Hamburg.  Das Volkswagen-Tochterunternehmen Moia plant in diesem Jahr in Hamburg ein Pilotprojekt mit einem ganz neu entwickelten Elektro-Bulli, der in einer weiteren Entwicklungsstufe auch autonom fahren soll. Der vollkommen elektrisch betriebene Minibus soll eine Kombination aus Taxi und Nahverkehrsbus sein. Bis zu 1000 solcher Fahrzeuge könnten in den nächsten Jahren über Hamburgs Straßen rollen und den Verkehr in der Stadt verändern.

Sechs Passagiere finden in den Bussen Platz, sie sollten möglichst ähnliche Fahrziele haben. „Pooling“ nennt sich das Prinzip. Kunden bestellen ein Fahrzeug über eine Smartphone-App, eine Software fasst dann Fahrgäste mit vergleichbaren Zielen zusammen und soll so dafür sorgen, dass keine Umwege und Leerfahrten entstehen. Allerdings muss ein Kunde anders als bei einem Taxi dann auch kleine Umwege in Kauf nehmen. So will das Unternehmen nicht nur emissionsfreie Fahrten anbieten, sondern auch die Straßen entlasten, weil überflüssige Fahrten vermieden werden. Geplant seien für den Zustieg „virtuelle Haltestellen“ – also Haltepunkte, die sich aus den aktuellen Kundenwünschen ergeben, aber nie weiter weg als 250 Meter von einem Fahrgast entfernt sein sollen.

Für Hamburg konzipierte Busse

„Der Fahrpreis wird dann zwischen Taxi- und Busfahrt liegen“, sagt Moia-Sprecher Christoph Ziegenmeyer. Das Besondere an dem Hamburger Pilotprojekt ist aber eben nicht dieses Pooling-Konzept, das Konkurrenten wie CleverShuttle ähnlich einsetzen. CleverShuttle hatte seinen Dienst in Hamburg bereits im Herbst gestartet und setzt Wasserstoff-Limousinen von Toyota ein. Derzeit sind 16 Fahrzeuge im Einsatz, in den kommenden Monaten soll die Flotte auf 50 aufgestockt werden.

Die VW-Tochter will anders als der Mitbewerber eigens für das Hamburger Pilotprojekt konzipierte Busse in Fahrt bringen. Sie wurden im VW-Werk Osnabrück innerhalb von nur zehn Monaten dafür entwickelt. Zunächst sollen ab Ende dieses Jahres einige Testfahrzeuge auf Hamburgs Straßen rollen. 2019 soll die Flotte dann auf 200 Elek­trobusse anwachsen. Mittel- bis langfristiges Ziel, so Ziegenmeyer, sei eine Flotte von 1000 Fahrzeugen.

Auch auf andere Metropolen soll das Konzept dann ausgeweitet werden. Und noch ein langfristiges Ziel hat man bei Moia im Blick: Die über Algorithmen der Software gesteuerten Fahrten sind zugleich auch eine Vorstufe zum autonomen Fahren – also zu Elektrobussen, die sich ohne Fahrer durch die Stadt bewegen, je schneller, desto besser. Und auch dazu gibt es bald Modellprojekte in Hamburg, die zunächst mit und dann ganz ohne Fahrer auskommen.

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