Hamburg

Politik und Medien erschüttert über Tod von Jürgen Heuer

NDR-Reporter Jürgen Heuer ist nach langer Krankheit in Hamburg gestorben. Er wurde nur 56 Jahre alt

NDR-Reporter Jürgen Heuer ist nach langer Krankheit in Hamburg gestorben. Er wurde nur 56 Jahre alt

Foto: Picture Alliance

Er galt als intelligenter Fragensteller und leitete die Landespressekonferenz. Jürgen Heuer wurde nur 56.

Hamburg. Der NDR, die Hamburger Medien und die führenden Landespolitiker trauern um Jürgen Heuer. Der renommierte Journalist und langjährige Vorsitzende der Landespressekonferenz ist am Freitag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren in Hamburg verstorben. Das teilte der NDR am Sonnabend mit. Jürgen Heuer leitete seit 1997 das landespolitische Ressort des "Hamburg Journal".

„Wir sind tief getroffen. Wir verlieren einen sehr geschätzten Kollegen, der sich bis zuletzt mit großem Engagement für die Interessen von uns Journalisten eingesetzt hat. Als langjähriger Vorsitzender der Landespressekonferenz war Jürgen Heuer eine Institution in der Stadt", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Landespressekonferenz, Peter Ulrich Meyer (Hamburger Abendblatt). "Ich persönlich verliere einen guten Freund und klugen Ratgeber. Wir trauern mit seiner Frau und seiner Familie.“

Jürgen Heuer galt als kritischer, sachlicher Interviewer

Heuer war den Zuschauern des "Hamburg Journal" als Reporter aus dem Rathaus sowie als intelligenter und kritischer Fragensteller bei Interviews bekannt. Er galt weithin als hanseatischer, sachlicher und kompetenter Reporter. Aus der Bürgerschaft berichtete er regelmäßig auch in Live-Einblendungen.

"Jürgen Heuer hat das 'Hamburg Journal' durch seine Arbeit und sein Engagement in ganz besonderer Weise geprägt", sagte Sabine Rossbach, die Direktorin des NDR Landesfunkhauses Hamburg. "Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sehr großes Vertrauen in seine Berichte, schätzten seine pointierten Interviews und die Fairness, mit der er seine Gesprächspartner auch in schwierigen Interviewsituationen befragte."

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Führende Politiker "erschüttert"

Auch die Hamburger Politik zeigte sich betroffen. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) sagte, sie werde die "intensiven Gespräche" mit Heuer vermissen. Er werde im Rathaus fehlen. "Mit all seiner persönlichen Leidenschaft für Politik war Jürgen Heuer stets ein neutraler und fairer Begleiter und Kommentator", sagte Veit. "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie.“

CDU-Fraktionschef André Trepoll erklärte, Jürgen Heuer sei einer der wichtigsten politischen Berichterstatter der Stadt gewesen. "Er hat den Journalismus in Hamburg über Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Journalistische Distanz mit hoher persönlicher Glaubwürdigkeit – das war Jürgen Heuer. Er wird mir immer als Mr. ,Hamburg Journal' in guter Erinnerung bleiben. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Kollegen.“

Für die FDP erklärten Anna von Treuenfels-Frowein und Michael Kruse: "Wir Freie Demokraten trauern um einen Politik-Erklärer außergewöhnlicher Güte, der sich um die Hamburger Landespolitik verdient gemacht hat." Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks sagte, er sei erschüttert. Heuer habe alle "Personen und Themen" der Hamburger Politik gekannt. "Gerade in Zeiten, in denen Menschen Fakten nicht mehr glauben und Worte wie ‚Lügenpresse‘ die Runde machen, sind Institutionen wie Jürgen Heuer von größter Bedeutung." Tjarks wies darauf hin, dass es Heuer war, der "mit seinen unterhaltsamen Reden auf den Empfängen der Landespressekonferenz der Landespolitik bissig und ironisch jedes Jahr aufs Neue den Spiegel vorgehalten" habe.