Harvestehude

Protest-Aktion für sichere Radwege vor Schulen

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Mit Streifen abgetrennte Wege bieten laut den Initiatoren nicht genug Schutz. Berlin als Vorbild

Harvestehude.  Zahlreiche Radfahrer haben am Mittwochmorgen an der Bogenstraße in Harvestehude für sichere Schulradwege protestiert. Vor dem Helene-Lange-Gymnasium und der Ida-Ehre-Stadtteilschule postierten sie sich direkt am Radfahrstreifen. Der Grund: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Radfahrstreifen nicht genügend Schutz für die Radfahrer bieten“, sagte Philipp Bitting vom „Radentscheid Hamburg“, der die Aktion initiiert hatte. An diesem Morgen wollten sie symbolhaft als menschliche Barrieren die Radfahrer gegen den Autoverkehr schützen.

Die derzeitige Radverkehrspolitik schicke die Radfahrer in die unmittelbare Nähe zu Autos und Lkw auf die Fahrbahn. Das sei besonders gefährlich für Kinder. „Eine gemalte Linie auf der Fahrbahn ist als Schutz nicht ausreichend“, so Bitting. In den Niederlanden und in Dänemark sei das anders: „Dort sind die Radfahrstreifen baulich von der Fahrbahn für den Autoverkehr getrennt, durch eine Erhöhung zum Beispiel.“ Das fordert die Initiative auch für Hamburg. Wo es möglich sei, müssten Autos beispielsweise längs zum Radfahrstreifen parken und so als Schutzbarriere gegen den fließenden Verkehr dienen.

Berliner Senat plant erstes Mobilitätsgesetz

Die Initiatoren verweisen mit ihrem Protest auch auf Berlin. Die Hauptstadt will das Miteinander von Autos, Fahrrädern, Bussen und Bahnen sowie Fußgängern als erstes Bundesland gesetzlich regeln. Der dortige rot-rot-grüne Senat beschloss am Dienstag den Entwurf für ein Mobilitätsgesetz. Ziel ist einerseits, mehr Menschen zum Umsatteln auf den öffentlichen Nahverkehr und das Fahrrad zu animieren. Andererseits soll der Verkehr in der Hauptstadt für alle sicherer werden, wie Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen) mitteilte. Laut Gesetz soll es künftig an allen Haupt- und Nebenstraßen ein lückenloses Netz von Fahrradwegen geben. An Hauptstraßen sollen Radwege so breit sein, dass Überholen möglich ist, und teils baulich vom Autoverkehr getrennt sein.

Auch in Hamburg hatte der Senat im Dezember eine PR-Kampagne für den Radverkehr gestartet. 7,5 Millionen Euro sollen bis 2021 in Maßnahmen investiert werden, mit denen die Verkehrssicherheit erhöht und die Hamburger zum Umsteigen vom Auto aufs Fahrrad bewegt werden sollen.

( gen/HA/dpa )

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