Landespolitik

Hamburger Förderprogramm: Aus der Uni in die Wirtschaft

Katharina Fegebank (Grüne) ist zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin

Katharina Fegebank (Grüne) ist zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin

Foto: HA / HA / Mark Sandten

Behörde unterstützt neue Technologien mit drei Millionen Euro. Zweimal im Jahr können sich Forscher um 30.000 Euro bewerben.

Hamburg.  Die Wissenschaftsbehörde will Hamburger Forscher bei der Entwicklung neuer Produkte und Technologien stärker fördern. Drei Millionen Euro stehen dafür in den kommenden drei Jahren bereit, wie die Behörde mitteilte.

Gute Ideen gebe es zwar reichlich an Hamburgs Hochschulen, „zu häufig blieben diese aber noch verborgen“, sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). An allen unterstützten Projekten soll die Hamburg Innovation GmbH beteiligt werden, die gemeinsame Transferstelle der staatlichen Hamburger Hochschulen.

Zu der neuen Förderung gehört etwa das Projekt „Call for Transfer“. Zweimal pro Jahr soll es künftig Ausschreibungen zu ausgewählten Themen geben. Forscher der staatlichen Hochschulen können sich dann um 30.000 Euro pro Projekt bewerben.

Wirtschaft soll mit Forschern kooperieren

Außerdem sollen drei Stellen für „Innovations-Scouts“ geschaffen werden, Kundschafter, die gute Ideen und „marktfähige Forschungsergebnisse“ aufspüren und Forscher bei Anträgen für Fördergelder oder bei einer Unternehmensgründung beraten.

Geplant ist auch ein „Online-Kompetenzatlas“, der für Unternehmen erklären soll, welche Expertise die wissenschaftlichen Einrichtungen an den Hochschulen haben. Dadurch werde es für die Wirtschaft leichter, Ansprechpartner für Entwicklungen zu finden und Kooperationen mit Forschern einzugehen, so die Wissenschaftsbehörde.

Gefördert werden zudem zwei Vorhaben an der HafenCity Universität (HCU) und an der Hochschule für bildende Künste (HFBK). Bei dem Projekt „Grasbrook City Scope“ an der HCU geht es darum, die Planung des neuen Stadtteils auf dem Kleinen Grasbrook mit Computersimulationen zu unterstützen. Die HFBK will mit dem Fördergeld unter anderem ein Onlinetool aufbauen, das den Kontakt zwischen Studierenden und Ausstellungshäusern verbessert.

Niedersachsen fördert Unis mit mehr Geld

Carsten Ovens, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, hält die Pläne für zu zaghaft: „Drei Millionen Euro über drei Jahre hinweg sind ein erster, aber mickriger Schritt, um Ausgründungen an den Hamburger Hochschulen zu fördern. Mit dem rot-grünen Förderprogramm erhalten Hamburgs Hochschulen nun eine Million Euro pro Jahr, aufgeteilt auf sechs staatliche Hochschulen, bei über 60.000 Studenten.“ Alleine die Leuphana Universität in Lüneburg habe 2017 vom Land Niedersachsen knapp 355.000 Euro für Wissens- und Technologietransfer bei weniger als 10.000 Studenten erhalten.