Zivilcourage

Polizei und S-Bahn ehren Lebensretter von Klein Flottbek

S-Bahn Chef Kay Uwe Arnecke (l.) und Normen Großmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg, ehren Godwin Okwudili Obi für seinen couragierten Einsatz

S-Bahn Chef Kay Uwe Arnecke (l.) und Normen Großmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg, ehren Godwin Okwudili Obi für seinen couragierten Einsatz

Foto: Michael Rauhe / HA

Godwin Okwudili Obi hatte am Tag nach Weihnachten einen Betrunkenen im Bahngleis vor einem tödlichen Stromschlag bewahrt.

Hamburg. Er war unglaublich mutig und hat schnell reagiert: Die Bundespolizeiinspektion Hamburg und die S-Bahn haben am Montag den „Lebensretter von Klein Flottbek“ geehrt. „Zivilcourage zählt zu den Grundwerten in unserer Gesellschaft und wird, wie viele Beispiele zeigen, in Hamburg erfreulich aktiv gelebt“, sagte der Polizeidirektor Normen Großmann.

Godwin Okwudili Obi (37) hatte am Tag nach Weihnachten einem 48-Jährigen das Leben gerettet. Der stark alkoholisierte Mann hatte sich auf allen Vieren über den Bahnsteig des S-Bahnhofs Klein Flottbek geschleppt und war beim Versuch aufzustehen in das Gleisbett gefallen. Torkelnd wollte er anschließend über die Stromschiene, die unter 1200 Volt stand, zurück auf den Bahnsteig klettern. Dabei berührten seine Finger schon einige Male die Plastikabdeckung der Stromschiene. Lebensgefahr!

Obi fixierte den Mann auf der Rasenfläche

Godwin Okwudili Obi war auf dem Weg zum Friseur, als er durch aufgeregte Frauenschreie auf die Gefahr aufmerksam wurde. Beherzt sprang er zu dem Mann hinunter und fixierte ihn auf einer Rasenfläche neben den Gleisen. So war der 48-Jährige auch vor durchfahrendem Zugverkehr geschützt. Passanten riefen über die Notrufsäule im S-Bahnhof Hilfe. Obi war froh, dass die Polizei so schnell kam und er über die Bahnhofdurchsage erfuhr, dass der Zugverkehr eingestellt war. Das habe ihn beruhigt, erzählte er bei der Ehrung.

„Herr Obi hat in diesem Fall schnell reagiert und sich selbstlos eingesetzt, ohne zu wissen, wie letztendlich die Rettungsaktion für ihn ausgeht“, Normen Großmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg. Mit einem Geschenkgutschein im Wert von 300 Euro dankte auch der Geschäftsführer der Hamburger S-Bahn, Kay Uwe Arnecke, dem Retter. „Wir wünschen uns Fahrgäste wie ihn, die in Notsituationen gedankenschnell helfen und Schlimmeres verhindern“.

Erst am Wochenende hatte eine 17-Jährige durch beherztes Einschreiten einen sexuellen Übergriff am S-Bahnhof Jungfernstieg verhindern können. Die Notrufsäule spielte auch hier eine entscheidende Rolle. Trotzdem weist die Polizei darauf hin, dass Hilfeholen immer der erste Schritt in einer Gefahrensituation sein sollte. Niemals dürfe sich der Retter selbst in Lebensgefahr begeben. Stattdessen sollten Passanten angesprochen oder die Notrufsäule genutzt werden.