Medizin

Martini-Preis geht an vier junge UKE-Forscher

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Die Preisträger (v. l.):  Matthias Reeh, Tarik Ghadban, Jan Broder Engler, Anne Rechtien

Die Preisträger (v. l.): Matthias Reeh, Tarik Ghadban, Jan Broder Engler, Anne Rechtien

Foto: Marcelo Hernandez

Multiple Sklerose, Ebola und Speiseröhrenkrebs – das waren die Themen der ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten.

Hamburg.  Hohe Auszeichnung für exzellente Forschung: Der renommierte Dr. Martini-Preis wurde am Montag an vier junge Wissenschaftler des Universitätsklinikums Eppendorf für medizinische Spitzenleistung verliehen.

Der erste Preis, dotiert mit 5000 Euro, ging an Dr. Dr. Jan Broder Engler (35) vom Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose. Es gibt das Phänomen, dass bei Frauen, die an Multipler Sklerose leiden, während der Schwangerschaft eine Besserung eintritt. Engler hat untersucht, welche Mechanismen dahinter stecken. Die MS gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Englers Ziel ist es, von der Schwangerschaft zu lernen und aus diesem Verständnis heraus etwas zu finden, was man möglicherweise für die Behandlung nutzen könnte. Er wird demnächst selbst zum ersten Mal Vater und will das Preisgeld für seine Familie nutzen.

Vorhersagen, ob ein Impfstoff wirksam ist

Eine Hälfte des zweiten Preises, also 2500 Euro, erhält Dr. Anne Rechtien (34) von der I. Medizinischen Klinik. Sie hat herausgefunden, wie sich vorhersagen lässt, ob der Ebola Impfstoff rVSV-Zebov bei einem Patienten wirksam ist. Schon ein bis drei Tage nach der Impfung lasse sich das mit einer Blutuntersuchung „leicht, günstig und schnell nachweisen“, sagte die Forscherin. Ihre Hoffnung ist, dass mithilfe dieses Verfahrens auch bei der Entwicklung von neuen Impfstoffen schneller wirksame Kandidaten gefunden werden können. Ihr Preisgeld will sie in einen neuen Computer für ihre Arbeit investieren.

Die andere Hälfte des zweiten Preises ging an die Chirurgen Privatdozent Dr. Matthias Reeh und Dr. Tarik Ghadban von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Sie haben eine neue Klassifikation entwickelt, die genauere Vorhersagen über den weiteren Verlauf einer Krebserkrankung der Speiseröhre ermöglicht. Das Preisgeld wollen die beiden Wissenschaftler für ihre Forschung benutzen.

Der älteste Medizinpreis Deutschlands

Das gesamte Preisgeld wurde von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve gespendet.

Der Dr. Martini-Preis ist der älteste Medizinpreis Deutschlands. Er wurde 1880 von Freunden und Kollegen des im selben Jahr verstorbenen Hamburger Chirurgen Dr. Erich Martini ins Leben gerufen und wird jedes Jahr an seinem Todestag vergeben.

( cw )

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