Verbraucherbeschwerde

Staples Hamburg nimmt Mohammed-Lineal aus Sortiment

Das kritisierte 30 Zentimeter lange Konderlineal  in einem Hamburger Staples-Markt

Das kritisierte 30 Zentimeter lange Konderlineal in einem Hamburger Staples-Markt

Foto: privat

Ein Kinderlineal mit verschleierten Personen und muslimischem Namen verursacht Kritik. Unternehmen reagiert auf die Beschwerden.

Hamburg.  Das ging werbestrategisch nach hinten los: Die amerikanische Bürobedarfskette Staples, zehnmal in Hamburg vertreten, nimmt nach Kundenbeschwerden ein Lineal aus dem Sortiment, das irritierende Assoziationen zum muslimischen Weltbild geweckt hat. Das monierte 30 Zentimeter lange Hilfsmittel für den Mathematikunterricht wurde von Kunden in der Langenhorner Filiale gesehen. Das Kinderlineal ist mit dem Namen Mohammed bedruckt und zeigt vier verschleierte Köpfe. Andere Lineale sind mit Anna und Schmetterlingen oder Mathilda und Eulen bedruckt.

Es sei „absolut unmöglich“, beschwerten sich Kunden, dass Kindern dieses „falsche Bild“ vermittelt werde. Auf diese Art werde Ausgrenzung gefördert, gar initiiert. Die Unterschiede zwischen einer Anna, die Schmetterlinge mag, und einem Mohammed in der Umgebung von verschleierten Menschen sollten nicht noch stigmatisierend herausgearbeitet werden.

Unternehmen spricht von „großem Missverständnis“

Dabei handelt es sich, wie ein Staples-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage sagt, um ein „großes Missverständnis“. Die Kinderlineale könnten auf Wunsch für 3,49 Euro individuell mit Kindernamen und einem Hintergrundmotiv bedruckt werden. Im kritisierten Fall habe es die unglückliche Kombination aus dem Namen Mohammed und der Ninja-Vorlage gegeben, so dass „Kunden das Motiv falsch verstehen könnten“, so der Sprecher. Es läge weder Absicht noch ein bewusst muslimisch geprägtes Bild vor. „Wir lassen das Motiv jetzt trotzdem aus dem Sortiment nehmen“, sagt der Sprecher aus der Hamburger Handelszentrale. Künftig werde darauf geachtet, derart unglückliche Namens- und Motivkombinationen zu vermeiden.

Staples wurde 1985 in den USA gegründet und ist das größte Unternehmen für Bürobedarf. 2017 wurde das Europageschäft von Staples an den Hedge Fonds Cerberus Capital verkauft und heißt seitdem Staples Solutions. Stapels hält allerdings weiterhin eine Beteiligung von 15 Prozent an dem Europageschäft in 30 Ländern mit mehr als 77.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 18 Milliarden Dollar. Niederlassungen und Tochterfirmen gibt es auch in Nordamerika, Südamerika und Asien. Im Sortiment des Marktführers befinden sich mehr als 7000 Produkte – unter anderem auch das bemängelte Kinderlineal.