Hamburg

Drei Kandidaten stellen sich vor: Wer wird Grünen-Chef?

Anja Piel, Annalena Baerbock und Robert Habeck (v.l.)

Anja Piel, Annalena Baerbock und Robert Habeck (v.l.)

Foto: dpa

Robert Habeck stellte sich mit seinen Mitbewerbern um den Parteivorsitz, Annalena Baerbock und Anja Piel in Hamburg vor.

Hamburg. Robert Habeck hat viel vor, falls ihn die Delegierten des Parteitags am Sonnabend zum neuen Vorsitzenden der Grünen wählen. Der schleswig-holsteinische Umweltminister hat ein Ziel: Die Grünen sollen der „Thinktank der Republik“ werden – Deutschlands neue Denkfabrik, die zukunftsweisende Debatten anstoßen soll.

Am Montagabend stellte sich Habeck mit seinen Mitbewerbern um den Parteivorsitz, Annalena Baerbock und Anja Piel, in der GLS-Bank den Hamburger Parteifreunden vor. Die Fragen an die Kandidaten drehten sich um viele Themen, unter anderem Migration, Klimawandel, Digitalisierung und Frauenrechte. Die Grünen wählen am Wochenende auf ihrem Parteitag in Hannover eine neue Doppelspitze. Die bisherigen Parteivorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir treten nicht mehr an.

Habeck gilt als Favorit

Habeck gilt als Favorit – doch wer wird die Frau im neuen Duo? Baerbock, Bundestagsabgeordnete aus Potsdam, wirbt für klare Kante in der Umweltpolitik: „Beim Klimaschutz müssen wir radikal sein.“ Zugleich will sie sich um das soziale Profil kümmern – die Schere zwischen Arm und Reich dürfe nicht noch weiter auseinandergehen. „Öko und Soziales gehören für mich zusammen.“

Habeck und Baerbock gehören zum grünen Realo-Lager. Piel ist die einzige Kandidatin des linken Flügels. Die Fraktionschefin im niedersächsischen Landtag will die Partei auf bessere Wahlergebnisse als bei der Bundestagswahl bringen, als die Grünen nur auf 8,9 Prozent kamen­. Sie möchte dabei ihre „Krisenerfahrung“ einbringen: Bei der niedersächsischen Landtagswahl 2017 mussten die Grünen Verluste hinnehmen – und flogen aus der Regierung. (ak)