Bezirksserie

Hamburgs erster Radschnellweg und viele Wohnungen

Zwischen Saarland- und
Sengelmannstraße
wird
Hamburgs erster
Fahrradschnellweg
entstehen

Zwischen Saarland- und Sengelmannstraße wird Hamburgs erster Fahrradschnellweg entstehen

Foto: picture alliance

Serie: Das ändert sich 2018 in den Bezirken. Im 7. und letzten Teil geht es darum, was im Bezirk Nord geplant ist.

Hamburg. Der Schwerpunkt im Bezirk Hamburg-Nord wird 2018 wieder auf der Förderung des Wohnungsbaus liegen. Dabei soll die Zahl der letztes Jahr genehmigten 2077 Wohnungen (im Wohnungsbauprogramm vorgegeben sind 1200) sogar noch übertroffen werden. „Wenn wir weniger Wohnungen bauen, führt das zu steigenden Mieten und Verdrängung“, sagt Bezirksamtsleiter Harald Rösler.

Stadtentwicklung

In Barmbek-Süd gilt als wichtiges Vorhaben die Bebauung des Busbetriebshofs am Mesterkamp (1), der in den nächsten Monaten nach Alsterdorf umzieht. Der Bebauungsplan für das Quartier mit 450 Wohnungen wird noch 2018 fertig. Am Greta-Zabe-Weg (2) neben dem Klinikum Eilbek nimmt das Parkquartier Friedrichsberg Gestalt an. Bis 2019 sollen hier 207 Wohnungen entstehen, davon 92 im Eigentum und mehr als 100 öffentlich geförderte.

Nicht weit entfernt, am U-Bahnhof Dehnhaide (3), wird endlich das Vorhaben Vogelweide umgesetzt. Fünf Jahre hat es gedauert, bis der Projektentwickler die Grundstücke, darunter eine ehemalige P+R-Fläche, erwerben konnte. Bis 2020 werden hier 147 Wohnungen errichtet. In Barmbek-Nord entstehen an der Dieselstraße (4), auf dem Gelände rund um die ehemalige Schiffsbauversuchsanstalt, die ersten 200 Wohnungen eines neuen Quartiers. insgesamt sind hier rund 675 Wohnungen, ein Nahversorgungszentrum und Kleingartenflächen geplant. An der Drosselstraße (5) in Barmbek-Nord errichtet die Hilfsorganisation Plan International gegenüber ihrer Zentrale einen Erweiterungsbau, daneben baut die Lawaetz-Stiftung 113 Wohnungen im Drittelmix sowie eine Kita.

Mit dem Quartier Tarpenbeker Ufer (6) in Groß Borstel (750 Wohnungen auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs) und dem Pergolenviertel (7) in Winterhude (1400 Wohnungen in einem Backsteinquartier mit Laubengängen und Kleingärten) wachsen derzeit die zwei Großprojekte von Hamburg-Nord in die Höhe. In der City Nord, am Überseering (8), ist der Abriss der Oberpostdirektion in vollem Gange. Auf dem knapp drei Hektar großen Grundstück plant ein Investorenkonsortium das Wohnquartier Ipanema mit rund 520 Wohnungen, Einzelhandel und Büros. Bis 2019 soll das 200-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen sein.

Am Hofweg (9) auf der Uhlenhorst laufen die vorbereitenden Maßnahmen für einen Neubau mit 61 Wohnungen – ein Drittel davon soll zehn Jahre lang für 8,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Dafür wird ein leer stehender Gewerbebau abgerissen und eine bestehende Tiefgarage zurückgebaut. Die Nachbarn sind verärgert, weil eine Grünanlage zerstört wird. Man habe dem Investor die Fällgenehmigung für 32 Bäume erteilt, weil er Baurecht besitze, heißt es aus dem Bezirksamt. Ein Stück weiter, an der Dorotheenstraße (10), wird es ihm weniger leicht gemacht. Dort wurde sein Plan, am Mühlenkamp­kanal 100 Wohnungen zu errichten, mit einem Bürgerbegehren vorerst gestoppt.

Die Erneuerung des Langenhorner Markts (11) kommt dagegen gut voran. Nachdem das alte Einkaufszentrum teilweise abgerissen wurde, entsteht jetzt hier bis Ende des Jahres die Living Plaza: Ein kleines Einkaufszentrum und 120 Wohnungen in drei höheren Wohngebäuden.

Teil 1 der Serie: So wächst Wandsbek

Teil 2 der Serie: So wächst Eimsbüttel

Teil 3 der Serie: So wächst Altona

Teil 4 der Serie: So wächst Harburg

Teil 5 der Serie: So wächst Mitte

Teil 6 der Serie: So wächst Bergedorf

Verkehr

Im Zuge des Magistralenkonzepts wurden auch die Entwicklungspotenziale für die Magis­trale Nord (12) untersucht. Der Bezirk Hamburg-Nord ist für die Strecke vom Mundsburger Damm bis zur Bramfelder Straße (Höhe Otto-Versand) zuständig. „Wir wollen sehen, was da an Stadtentwicklung geht, haben neben der Nutzung der Ränder aber auch Verkehr und In­frastruktur im Blick“, sagt Bezirksamtsleiter Rösler. Was bei der jetzt abgeschlossenen Untersuchung herausgekommen ist, wird bald im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.

Vorbereitend für den Bau der U-Bahn-Linie 5 wurden Anfang Januar erste Probebohrungen entlang der geplanten Trasse zwischen Sengelmannstraße und City Nord (13) vorgenommen. Ende April sollen die Bodenuntersuchungen beendet sein. Die 1893 errichtete Grillparzerbrücke (14) über den Hofwegkanal wird erneuert. Bis zum Sommer ist daher die Durchfahrt vom Hofweg in die Straße Am Langenzug noch gesperrt. Die witterungsbedingt unterbrochene Grundinstandsetzung des Maienwegs (15) wird voraussichtlich am 15. Januar fortgesetzt. Dann wird der Abschnitt zwischen Ratsmühlendamm und Am Hasenberge sechs Wochen lang zur Einbahnstraße (Fahrtrichtung stadtauswärts) und anschließend zwei Tage voll gesperrt. Hier sollen Radwege künftig auf der Straße verlaufen – ebenso wie an der Maria-Louisen-Straße (16) die noch bis Juni instand gesetzt wird. Zur Umsetzung des bezirklichen Radwegekonzepts gehört auch der Ausbau der Veloroute 5 mit Hamburgs erstem Fahrradschnellweg (17), der zwischen Sengelmannstraße und Saarlandstraße verlaufen soll. Die asphaltierte, etwa 1,3 Kilometer lange Strecke wird überwiegend durch Grünanlagen führen. Ihr Bau wird im Sommer beginnen und etwa vier Monate dauern. Auf der Veloroute 4 wird ebenfalls ab Sommer die Verbindung zwischen Leinpfad und Bebelallee (18) geschaffen. In der zweiten Jahreshälfte steht die Umgestaltung der Martinistraße (19) an, zwischen Hoheluftchaussee und Falkenried sind Radfahrschutzstreifen geplant.

Ende Januar sollen die Sielbauarbeiten an der Nordschleswigerstraße (20) zwischen Habichtstraße und Tondernstraße beendet sein. Die Arbeiten am Alten Teichweg (21) verzögern sich: Zwischen Nordschleswiger Straße und Eulenkamp müssen Autofahrer noch bis Jahresende mit Behinderungen rechnen. In Langenhorn werden Haltestellen der Buslinie 192 an der Tangstedter Landstraße (22) für Gelenkbusse umgestaltet: Den Anfang macht die Station Götkenweg, Wattkorn, Hohe Liedt und Klinikum Nord folgen. Der neue Busbahnhof im Alsterdorfer Gleisdreieck (23) soll noch in diesem Jahr eröffnen. Hierfür sind im Bereich Tessenowweg Straßenarbeiten erforderlich. An der Alster hat die Sanierung der Krugkoppelbrücke (24) begonnen: Bis Juli wird der Verkehr leicht behindert, dann wird die Brücke für Autos gesperrt.

Der Bezirk Nord baut den ersten Radschnellweg. Sollte es davon mehr geben?

Umwelt

Dank zweier längerfristiger Schulprojekte werden sich auch in diesem Jahr Langenhorner und Winterhuder Schüler um die Renaturierung von Raakmoorgraben (25) und Tarpenbek (26) kümmern. Am südlichen Ufer des Fuhlsbütteler Mühlenteichs (27) im Alsterpark wird ein Teil der Ufermauer durch eine naturnahe Böschung ersetzt. Im Zuge der Umgestaltung des Eingangsbereichs im Eppendorfer Park (28) wurden neue Bäume und Sträucher gepflanzt; zwei prägende Buchen mussten allerdings gefällt werden. Das Begleitgrün an Bellevue und Schöne Aussicht (29) soll im Rahmen deren Ausbau zur Fahrradstraße neu gestaltet werden. Der Planungsprozess beginnt noch in diesem Jahr.

Soziales

Der Kinderspielplatz Höltystraße (30) wird in diesen Tagen wiedereröffnet. Bei der Umgestaltung durften die Anwohner mitreden. Mit Beteiligung soll auch der Spielplatz Graumannsweg (31) erneuert werden, die Arbeiten werden noch in diesem Jahr erfolgen. Durch die Sanierung des Monopteros im Eppendorfer Park (28) erhalten die Parkbesucher wieder einen Treffpunkt. Um den kleinen Säulen-Rundbau vor Graffiti zu schützen, sollen Künstler ihn gestalten.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen entstehen Folgeunterkünfte mit insgesamt 1400 Plätzen. Am Ohkamp (32) in Fuhlsbüttel werden demnächst 124 neue Wohnungen bezogen. In einem ehemaligen Schulgebäude an der Averhoffstraße (33) auf der Uhlenhorst wurden Wohnungen eingebaut, die 311 Flüchtlingen Platz bieten. Auf dem Gelände entsteht auch eine Kita. An der Krausestraße (34) in Dulsberg wird eine Einrichtung mit 58 Plätzen errichtet, an der Papenreye (35) in Groß Bors­tel eine mit 400. Die erste Unterkunft für Eppendorf wird ab Februar an der Loogestraße (36) errichtet. Im Spätsommer werden 100 Flüchtlinge in die beiden Gebäude ziehen.

Im Bereich Sport fördert Hamburg-Nord die Ausstattung der Sportplätze des SC Victoria (37) am Lokstedter Steindamm sowie die des TSV08 (38) am Brödermannsweg. Weil hier durch das neue Wohngebiet Tarpenbeker Ufer zusätzlicher Bedarf herrscht, gab es für den TSV auch Geld für die Erneuerung der Umkleiden und einen Neubau für Geschäftsstelle und Bewegungsraum.

Veranstaltungen

Das Eppendorfer Landstraßenfest (39) wird voraussichtlich am 2. und 3. Juni gefeiert – vom Eppendorfer Marktplatz bis zum Eppendorfer Baum. Die Old­timer des Stadtparkrevivals (40) gehen am 8. und 9. September an den Start.

Letzter Teil der Serie